Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780

Österreich 465 im Aufträge des Kaisers von T. vier Bildteppiche „fructus Belli“ genannt, hergestellt und sechs französische Stücke für 1550 Gulden seien noch zu machen. Zur schnelleren Fertigstellung der Arbeit seien mit Wissen des Kaisers Jean und Anthonine de Chazaux «) und die Frauen Anne de But und Marquerete la Quoste aus Frankreich berufen worden. Da sonst der­artige Spalierarbeiten nicht innerhalb von 2 Jahren fertiggestellt werden können, werde dieses Attest ausgestellt, damit Trechet und seine Leute von niemandem behindert werden könnten. — f. 123 v, 124 r. 115 1688 November 8, Wien. Verpflichtung (in französischer Sprache) des Jean Trehet, zuerst den gegen­wärtig in Arbeit befindlichen Bildteppich „fructus belli“ bis Ende Juni 1689 fertigzustellen und falls dieser früher fertig würde, jede andere ihm auf­getragene Arbeit zu übernehmen. — f. 123 r. 116 1689 Februar 5, Wien. Ludovicus Bournacini, um Truchseßbesoldung, dient 13 Jahre als Truchseß. Hat „fast alles das seinige Verlohren und Spendirt“, kann mit seiner ge­wöhnlichen Besoldung nicht auskommen und will bis an sein Lebensende dienen. Obersthofmeisteramt empfiehlt, derzeit keine Besoldungserhöhung zu gewähren, aber weil B. in seiner Arbeit tüchtig sei und daher eine Gnade verdiene, möge ihm die Truchseßbesoldung von jährlich 360 Gulden zu­erkannt werden. Res.: Bewilligt als Gnade und nicht als Besoldungsverbes­serung. Bescheid: An den Hofkontrollor zur Ausfertigung und zur Kennt­nisnahme, daß dies kein Präzedenzfall sei. f. 142 v — 143 v. 117 1689 Juni 5. Bartholome Auchter, um Exspektanz auf eine Stelle, die seinen Fähigkeiten entspricht. A. gibt an, 14 Jahre in der kaiserl. Kunstkammer unter dem verstorbenen Kunstkammerinspektor Joann Antoni von der Born, gedient zu haben und daß er unter persönlichem Einsatz bei der letzten Türken­belagerung (1683 zu Wien) bei der Kunstkammer verbleiben mußte. Gegen­wärtig stünde er bei der Kaiserinwitwe in der Hofkapelle in Verwendung. Gutachten: Dem A. eine generelle Exspektanz zu geben, sei nicht ratsam, weil er sonst auf alle freiwerdenden Dienste Anspruch hätte. Deshalb wird man sich A. bei Freiwerden eines für ihn geeigneten Postens erinnern. Inzwischen steht A. im Genüsse der Hoftafel und wird bei Ankunft fürst­licher Gäste verschiedentlich bei Hof Verwendung finden. Res.: Placet. f. 152 r v. 118 1690 April 16. Carl Gustav (Christoph) Ameling, Kupferstecher in München, um den Titel eines kaiserl. Kupferstechers. War 24 Jahre im Dienste des Churfürsten von Bayern, wurde bei der jüngsten Hofstaatsveränderung entlassen, jedoch von der Churfürstin dem Kaiser empfohlen. Der Hofkontrollor meint, daß A. um diesen Titel beim Hof in Bayern anzusuchen hätte, rät aber mit Rücksicht auf die Empfehlung der Churfürstin von Bayern doch, A.s An­suchen stattzugeben. Das Obersthofmeisteramt äußert die Befürchtung, daß durch die Verleihung derartiger Hoftitel Besoldungen und Pensionen ver­langt werden könnten, die zu unnötigen Mehrausgaben führen. Ist aber im speziellen Fall, wenn A. sich mit dem bloßen Titel zufrieden geben will, auch für die Verleihung. Res.: Placet. f. 213 v, 214 r. e) Joanni Schassanx, niederländischer Spaliermacher, ist 1701 bei Reparatur­arbeiten beschäftigt. („Hoff-Contralor Ambts Ordinanz-Buech 1701—1705“, fol. 8 rv, 50 rv.) Mitteilungen, Band 12 30

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