Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung
SANTIFALLER, Bertha – SANTIFALLER, Leo: Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500
410 Bertha und Leo Santifaller Siegler: Georg Bischof von Albano. — Orig.Perg. S. an roter Seidenschnur fehlt. — Regest: Diese Urkunde ist in den Archiv-Berichten nicht verzeichnet. — Vgl. über die Kapelle des hl. Antonius von Padua in Piccolein Vittur, Enneberg S. 227; Richter-Santifaller, Ladinien S. 126. III. CAM PILL Kirchenarchiv 22. (1) 1371 Dezember 13, Campill (nach Cristi gepurde drewzehnnhundert jar vnd in dem ainundsibentzigisten an sand Lucien tag in Campil in des mesners Stuben). Anthoni zu den zeytten vicari der pharr in Ennenbergs beurkundet an Stelle seines Kirchherrn Heinrich, daß die Gemeinde Campill jährlich 4 Pfund Pfennige und den Zehenten aus dem Hof Galgutschen auf der Abtei in St. Jacobs mal- grey und den Zehenten aus dem Hof Krawcz in Campill zur Abhaltung einer hl. Messe in der St. Jodokkirche in Campill an den angegebenen Tagen gestiftet hat; Messetage: am Kirchweihtag sand Jodokehen, am Tag der 11000 Jungfrauen, am Tag Johannis Enthauptung, an dem Tage der Kreuzerhöhung, am Gedrawtentag, am St. Anthonientag, am St. Nikolaustag und am St. Lucientag. — Zeugen: Nicki der Piterle, Gylardin von Vieh, Nic- laus aus dem dorff der Lott, Pauls der Sneider, Hanns der Messner. — Siegler: Anthoni Vikar an Stelle des Pfarrers Ilainrich. — Insert in einer Urkunde vom 6. Juli 1502 im Pfarrarchiv Campill. — Regest: Diese Urkunde ist in den Archiv-Berichten nicht verzeichnet. — Vgl. Vittur, Enneberg S. 230; CI, 600; Richter-Santifaller, Ladinien S. 35, 139, 142. 23. (2) 1498 August 28 (nach der gepurt Cristi vierzechen hundert vnd darnach in dem acht und neinzegisten jare, am sanct Augustinentag). Berch- told von Laffay, Pfleger zu Hauenstain und Richter zu Khastelruth beurkundet, daß er im Aufträge des königlichen Kommissars in Trient Vlrich Liechtenstainer einen Streit um eine Wiese zwischen Georgen von Bai zu Pesscal für sich und als Prokurator der Gerichtsleute vom Kloster Sonnenburg einerseits und Christan von Stiffes als Prokurator derer von Campill und der Gerichtsleute von Thurn a. d. Gader und die Gotteshausleute des Bischofs von Brixen andererseits geschlichtet hat. Vlrich Liechtenstainer entbot mit Schreiben vom 15. Mai 1498 (gegeben zu Triendt in vnsern schloss Boniconsilii am erchtag nach suntag cantate nach ostern nach Christi gebürt vierzechenhundert vnd in dem achtundneinzigisten jare) dem Perchtold von Laffay, die streitenden Parteien zusammenzurufen und zu versuchen, den Streit auf gütlichem Weg beizulegen; sollte das nicht gelingen, soll eine Kommission eingesetzt, ein Urteil gefällt und Perchtold von Laffay als Executor oder „volziecher“ bestimmt werden. Auf dieses Schreiben hin lud Perchtold von Laffay am genannten Tag die Parteien sowie Michael Urnhauser als Amtmann des Brixner Bischofs, Hanns von Rubätsch als Pfleger zum Thurns, Domenig von Pach als Richter des Gotteshauses Sonnenburg