Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

GUTKAS, Karl: Ein niederösterreichisches Herrschaftsurbar aus dem 14. Jahrhundert

38 Karl Gutkas das er vom Landesfürsten, Herzog Albrecht III. hatte, nämlich ein halbes Pfund Pfennig Geld „gelegen in dem Wisenpach ob Wilhalms- purg“ und von den Gütern, die er von den Brüdern Gotthart und Heinrich von Neidberg zu Lehen hatte, „an dem Prainperg ob Wil- halmspurg“ ein Pfund Geld und „ain pfund gelts ze Eschenau“ lä). Im Urbar sind nun verzeichnet: a) zu Wiesenbach „Steffan Fuchs an der Leitten x/2 lib. den. zu zwain tegen“ le). b) zu Eschenau: „Peter im Mitterhoff in nativitate Domini 30 den, Georg 30 den; in pentecosten 30 den, Ypoliti % lib. den, Michaelis 38 den. 15 * 17). c) Am Bromberg im Kreisbachtal: „Michel am Pranperg de uno bene­ficio y2 lib. den., idem in festo Martini l/2 lib den.“ 18 *). Die Wahrscheinlichkeit, daß hier die gleichen Besitzungen gemeint sind, ist sehr groß, wenn auch in Eschenau im Urbar um 8 Pfennige mehr eingetragen sind. 3. Als Besitzer der Neumühle in Ochsenburg ist auf Rasur ein Lienhart Meylawer eingetragen10). Unter den Originalen ist eine Urkunde aus dem Jahre 1437 erhalten, in der er sich verpflichtet, dem Propst von St. Pölten in seine Herrschaft Ochsenburg für die von ihm gekaufte Neumühle bei Ochsenburg zu zinsen. Dort sind die gleichen Dienste verzeichnet wie im Urbar. Aus dieser Urkunde erfahren wir auch, daß dieser Leonhard Meylawer Pfleger auf Ochsenburg war20). 4. Bei den Überlendgütern ist eingetragen „Hans Rieder von Padendorff de una prata 6 den. 21). Diese Wiese haben im Jahre 1414 Wolfgang der Rieder zu Badendorf und seine Frau dem Kloster St. Pölten ver­kauft. Aus der Urkunde geht hervor, daß diese Wiese „gelegen ist in Wilhalmspurger pharr und dient ze rechtem freyn purkrecht sechs Wienner Phennige ... gan Achsenburkch22). Wenn wir nun die Merkmale zusammenfassen, kommen wir zu dem Schluß, daß unser Urbar nicht im Jahre 1374, wie der Titel sagt, sondern erst nach dem Jahre 1379 geschrieben worden ist, da die Güter in Eschenau, Ochsenburg und am Bromberg, die erst im Jahr 1379 zur Herrschaft kamen, bereits eingetragen sind. Dafür spricht, daß mit Sicherheit fest­gestellt werden konnte, daß nicht der im Jahre 1374 von den Wallseern be­schäftigte Schreiber die vorliegende Fassung geschrieben hat. Als Ter­15) N.-Ö. U.B. II Nr. 731. 10) Hs. fol. 6''. 17) Hs. fol. 6V. >8) Hs. fol. 5*. 10) Hs. fol. D. 20) Folg. Reg. Nr. 2. 21) Hs. fol. 8r. 22) Folg. Reg. Nr. 1.

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