Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)
BACHMANN, Hanns: Zum Urkundenwesen der drei bayrischen Landgerichte Kufstein, Kitzbühl und Rattenberg einschließlich des Zillertales im 14. Jahrhundert
Zum Urkundenwesen der drei bayrischen Landesgerichte 29 dürfte. So konnte er am 8. Dezember für die Kirche in Fügen den Ablaß ausstellen. Diesen Ablaßbrief schrieb sicher ein Schreiber des Bischofs, der in seinem Gefolge, das ihn begleitete, gewesen sein mag. Als dann am 21. Dezember der Haitzenperger seine Eigenleute an die Pankrazkirche in Fügen verkaufte, schrieb ebenfalls B die Urkunde. Die nächste von 1348 (Hippach) datierte Urkunde, stellte eine spätere Abschrift dar, wie sich sowohl aus der Schrift als auch aus dem Fehlen von Plika und Siegel ergibt (nicht in den A.B.). Erst mit dem Jahre 1359 kommen drei weitere Urkunden, die alle vom gleichen Schreiber C geschrieben sind. In der ersten Urkunde handelt es sich um den Verkauf eines Hauses zu Goschlarn. Als Siegler erscheint der salzburgische Probst Peter von Purchstall92). Die nächste Urkunde von 1362 beinhaltet wieder einen Verkauf (Hippach, nicht in den A.B.). Diesmal tritt der Probst nicht mehr als Siegler, wohl aber als Empfänger der Urkunde auf. Das dritte von C geschriebene Stück ist eine Gerichtsurkunde in der der Probst Peter von Dürrenbach als Kläger erscheint93). Dieser Schreiber C ist somit volle sechs Jahre ohne Unterbrechung in den Zillertaler Urkunden zu finden. Aus der langen Zeit seiner Tätigkeit, sowie aus dem Umstande, daß C Urkunden urbargerichtlichen Inhalts schreibt, glaube ich schließen zu dürfen, daß es sich um einen ständigen Schreiber der Grundherrschaft Salzburg im Zillertale handelt. Diesem Schreiber oblag die Erledigung derjenigen Urkunden, die sich auf urbargerichtliche Angelegenheiten oder auf solche des Niedergerichtes erstreckten. Wer der Schreiber selbst war, läßt sich aus den vorliegenden Urkunden nicht ermitteln. Nach einer dreijährigen Pause findet sich im Jahre 1368 im Zillertal der Rattenberger Landgerichtsschreiber A94). 1374 erscheint der Schreiber D, der auch 1376 zu finden ist95 *). Unterbrochen wird seine Tätigkeit einmal durch den Schreiber 0 "). Möglicherweise handelt es sich bei D um einen Geistlichen von Fügen. Der nächste Schreiber, der 1378 zum erstenmale erscheint, ist J. Er ist bis zum Jahre 1380 nachzuweisen 97). Von ihm sind uns nur zwei Urkunden erhalten. Möglicherweise hat sich seine Tätigkeit über einen größeren Zeitraum als die nachweisbaren zwei Jahre erstreckt. 1383 findet sich wieder der Rattenberger Landgerichtsschreiber A98). 92) A.B. III. Nr.. 770. 93) A.B. III. Nr. 881. 94) A.B. III. Nr. 772. 95) A.B. III. Nr. 774, 882. 98) Pfarr-Archiv Hippach, nicht in den A.B. 97) A.B. III. Nr. 884, 885. 98) A.B. III. Nr. 775.