Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)

ACHT, Peter: Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313–1340)

Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313—1340) 113 In Bayern folgt Herzog Ludwig der Ältere (1315—1361) dem Bei­spiel seines kaiserlichen Vaters x). Auf den Sohn gehen auch die ersten Register in Brandenburg zurück, die im Jahre 1336 angelegt und nach Vogteien geordnet sind 1 2). Bereits 1308 beginnen die Kanzleiregister der Grafen von Tirol 3). Wie Bischof Nikolaus in der Kanzlei Heinrichs VII. die Reichs­register kennengelernt haben mag, so scheint auch die in Trier erstmals unter Erzbischof Balduin, dem Bruder König Heinrichs, nachweisbare Führung von Registerbüchern auf das „Beispiel des kaiserlichen Bruders“ zurückzugehen4). Es bleibt auch nicht ausgeschlossen, daß sowohl Nikolaus, der Heinrich VII. als Notar nach Italien be­gleitete 5), als Balduin, der sich gleichfalls dem Zuge seines Bruders angeschlossen hat 6), in Italien mit der Tätigkeit der Kammernotare bekanntgeworden sind, deren Amtsbücher neben anderen Aktenstücken sowohl die auslaufenden als die eingehenden Urkunden enthalten haben 7). 1) Vgl. S. 98, Anmerk. 3. Siehe auch die Erläuterungen vonHerre bei Chroust, Monumenta Paläographica, Serie I, Lief. 2, Tafel 10, der eine Spezial- und eine Hauptregistratur unterscheidet; letztere geht bis auf das Jahr 1347 zurück. Das 1330 angelegte oberpfälzische Register aus der Zeit Kaiser Ludwigs stellt eine nachträgliche Registrierung in der Hauptsache von Lehnsurkunden dar, ist also hier weniger zu berücksichtigen, vgl. Erben Wilhelm, Ein oberpfälzisches Register aus der Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern, 1908, und Bresslau, a. a. O., S. 135, Anmerk. 3. 2) Bier Hermáim, Das Urkundenwesen und die Kanzlei der Markgrafen von Brandenburg aus dem Hause Wittelsbach, Diss. Berlin 1907, S. 27 ff. — Eugen Meyer bei Chroust, Monumenta Paläographica, Serie III, Lief. 6, Tafel 8 a (1931).— Nahezu gleichzeitig (1337—1358) ist das älteste Register der Hochmeisterkanzlei des Deutschen Ordens, vgl. Grieser, a. a. O., S. 418, während bei den Bischöfen von Samland Register sogar schon seit 1322 nachweisbar sind, so Weise Erich, Das Urkundenwesen der Bischöfe von Samland. Altpreuß. Monatsschr. 59 (1922), 1 ff. 3) Redlich, a. a. O., S. 165. — Heuberger Richard, Das Urkunden- und Kanzleiwesen der Grafen von Tirol, Herzoge von Kärnten, aus dem Hause Görz. MIÖG., Erg.-Bd. 9 (1915), 265 ff. und vor allem S. 345 f. 4) Bresslau, a. a. O., S. 142 f. 6) Böhmer, Nr. 363. 6) Goerz Adam, Regesten der Erzbischöfe zu Trier. Abt. 1, S. 66. 7) Seeliger Gerhard, Kanzleistudien II: Das Kammernotariat und der archivalische Nachlaß Heinrichs VII. MIÖG., Bd. 11 (1890), 419 ff. — Samanek Vinzenz, Die verfassungsrechtliche Stellung Genuas 1311—1313, MIÖG., Bd. 27 (1906), 242 ff. — Bresslau, a. a. O., S. 130 f. — Den Imbreviaturbüchern der öffentlichen Notare in Italien schreibt auch Heuberger, a. a. O., S. 324 f., einen maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung der tirolischen Landesregister zu.

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