Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)

ACHT, Peter: Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313–1340)

Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313—1340) 109 in wenigen Fällen ein Auslauf mit einer später darauf eingehenden Antwort. Die Einträge verteilen sich systemlos auf die ganze Hs., bald auf diesem, bald auf jenem Blatt, am Anfang oder am Ende der Hs. Zwischen einzelnen Abschriften bleiben ganze Blätter, einzelne Seiten oder auch nur die untere Hälfte einer Spalte unbeschrieben. Lediglich für die drei Prozeßgruppen, deren Urkunden in kürzeren Zeitab­ständen eingetroffen sind, scheinen mehrere Blätter sozusagen reserviert worden zu sein. Die Masse der übrigen Einträge ist weder inhaltlich noch zeitlich geordnet1). Allem Anschein nach begann der Registrator erst 1320 mit der Anlage der Hs. Die ersten Buchungen, die zeitlich mit der Ausfertigung der Reinschriften ungefähr parallel gehen, dürften drei Urkunden von 1320 Mai 21 auf Fol. 13—13' gewesen sein. Fast alle älteren — es sind deren 16 — geben sich als nachträgliche Registrierung zu erkennen; sie sind nahezu sämtlich in gleichem Zug mit gleicher Tinte zusammen mit um mehrere Jahre später ausgestellten Urkunden eingetragen 2) oder durch die Überschrift „Datum per copiam“ als Abschriften älterer Stücke charakterisiert 3). Gegen Regierungsende Bischof Nikolaus’ nehmen die Buchungen merklich ab. Während zum Jahre 1337 noch 13 Urkunden gebucht werden, fehlen sie für die Jahre 1338 und 1339 vollständig, um für 1340 nochmals die Zahl von 6 Einträgen zu erreichen. Die letzte Registrie­rung erfolgt zum 12. August 1340 4). Von wenigen Nachtragsschreibern abgesehen 5), stammt der größte Teil der Einträge von einer einzigen Hand. Dies gilt sowohl für die *) Wenn ich mich vorläufig auf einen Überblick über Inhalt und zeitliche Reihenfolge beschränke, so soll damit eine Untersuchung des eigentlichen Registrierungsvorganges, ob Eintrag nach Original oder Konzept, Vergleich der Registerbuchung mit dem Original und der daraus abzuleitenden Schlüsse, keines­wegs übergangen werden. Ich hoffe demnächst in einer zweiten Untersuchung zu diesen Problemen ausführlicher Stellung nehmen zu können. 2) Davon sind vier nachträgliche Buchungen von Urkunden zweier Vorgänger; acht sind im gleichen Zug mit einer Urkunde von 1324 September 21 auf Fol. 84'—85' niedergeschrieben. Nur ein Stück von 1316 März 24 und eine mit gleicher Tinte eingetragene Urkunde, vermutlich gleichen Datums, beide auf Fol. 62', sind durch Eintrag und Inhalt nicht direkt als spätere Buchung fest­zulegen; es geht jedoch ein Nachtrag von 1408 Dezember 21 voraus, während ein Eintrag zu 1326 September 22 folgt. 3) Zwei Einträge auf Fol. 41—42'. 4) Fol. 74'—75. 5) Fol. 86'—87, 93', 96', 97'.

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