Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)
ACHT, Peter: Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313–1340)
Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313—1340) 101 Bischof in seiner Regensburger Kanzlei eingeführt haben. Unterstützt wird diese Annahme auch dadurch, daß von seinen Vorgängern auf dem Regensburger Bischofsstuhl bisher keine Nachrichten über das Bestehen von Registern bekanntgeworden sind. Die Hs. ist in zwei mit dunkelbraunem Leder bespannte Pappdeckel eingebunden, deren Außenrand mit hellen Lederstreifen überklebt wurde. Eine Hand des 17. Jahrhunderts schrieb auf den Vorderdeckel den zu dem bisherigen Mißverständnis Anlaß gebenden Titel ,,Re- gistrum privilegiorum, optime copie litterarum concernentium episcopatum“. Von insgesamt 102 Papierblättern von der Größe 23 : 30 cm gehören zum ursprünglichen Bestand Fol. 1 und Fol. 12—102. Fol. 2—9 enthalten ein im 17. Jahrhundert angelegtes Inhaltsverzeichnis mit Kurzregesten in deutscher Sprache, Fol. 9'-—11' sind unbeschrieben. Etwas länger als die übrigen, außerdem mit anderem Wasserzeichen, fügte man diese 10 Blätter wohl erst beim Einbinden der Hs. hinzu. Während einer neuerdings vorgenommenen Ausbesserung wurden sowohl im Anfang als auch am Schluß je 5 Papierblätter beigebunden. Die Hs. besteht aus 12 Lagen verschiedenen Umfangs1). Der größere Teil der Doppelblätter ist durch Papierstreifen zusammengefalzt. Spätere Ausbesserungen, die teilweise erst in jüngster Zeit stattfanden, erschweren eine genaue Bestimmung. Die älteste Foliierung in arabischen Zahlen, die Fol. 1—100 durchzählt, erfolgte wohl bald nach Abschluß der Einträge. Im 17. Jahrhundert wurde eine zweite Foliierung vorgenommen, die Fol. 1—102 umfaßt und der die neuere Literatur folgt. Fol. 1 alter Zählung entspricht danach Fol. 12 neuer Zählung. Aus der Neuzeit stammt eine Paginierung mit den S. 1—174. Die alte Foliierung läßt also Fol. 1, die wohl anfangs als Umschlagsblatt diente, weg. Mehrere Blätter — es sind Fol. 10, 20, 21 und 37—42 alter Zählung —- wurden vor der zweiten Foliierung herausgeschnitten; wieder bei anderen ist die äußere oder untere Hälfte abgetrennt 2). b Lage 1 = Fol. 12—22, Lage 2 = Fol. 23—24, Lage 3 = Fol. 25—37, Lage 4 = Fol. 38—47, Lage 5 = Fol. 48—52, Lage 6 = Fol. 53—58, Lage 7 = Fol. 59 —62, Lage 8 = Fol. 63—68, Lage 9 = Fol. 69—72, Lage 10 = Fol. 73—89, Lage 11 = Fol. 90—91, Lage 12 = Fol. 92—102. 2) Fol. 21, 53, 54, äußere Hälfte, anscheinend unbeschrieben; Fol. 40, 94, äußere Hälfte, beschrieben; Fol. 52, 95, unteres Drittel, anscheinend unbeschrieben; Fol. 68, untere zwei Drittel, unbeschrieben, oberes Drittel, aufgeklebt; Fol. 93, obere Hälfte, beschrieben.