Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 3. (1950) – Leo Santifaller Festschrift

BLAAS, Richard: Ein Tiroler Teilbuch aus dem Jahre 1340

Ein Tiroler Teilbuch aus dem Jahre 1340 79 in das alte Tiroler Schatzgewölbearchiv, wie ja auch die noch vor­handenen alten Signaturen olim Tirol Nr. 18 a/96 und 18 B/96 be­weisen *). Die Handschriften unterscheiden sich schon einmal rein äußerlich durch das Format; Cod. 396 hat ein ausgesprochen kleines Format (9-5 x 14 cm) mit 43 Folien, davon 35 ganz oder teilweise beschrieben, Cod. 397 hingegen hat ein Quartformat (21x27 cm) in der Stärke von 64 Blatt, von denen 31 ganz oder teilweise beschrieben sind. Die im Bozner Staatsarchiv befindliche Handschrift Böhm 544 ist von Santifaller eingehend beschrieben worden und gehört nach Format und Aufbau zu Codex B. 396. Die tragende Handschrift des Teilbuches ist somit Cod. 397, der allein die Einträge aus dem Burggrafenamt und dem unteren Vintschgau enthält — Cod. 396 und 544 enthalten nur Einträge aus dem Gericht Passeier — somit weitaus die meisten Teilungsprotokolle wiedergibt, ferner auch deshalb, weil in ihn auch Einträge aus den anderen beiden Handschriften übertragen worden sind. Er darf wohl als die Reinschrift und geplante Endredaktion des Teilbuches angesprochen werden. Das zeigt sich vor allem darin, daß dort, wo im Cod. 397 die Einträge aus dem Gericht Passeier einsetzen, ein Schreiber­wechsel stattfindet, daß die Einträge, soweit in Cod. 397 über­nommen, gleichlauten mit denen des Cod. 396 und dann von Fol. 24v—38v der Raum freigelassen ist für weitere Einträge aus Passeier. In diese Lücke gehören die übrigen im Cod. 396 ent­haltenen Einträge. Das Teilbuch setzt sich in großen Umrissen zusammen aus Cod. 397, Fol. 1-—20 — Burggrafenamt; Fol. 22 bis 24 plus Einträge aus Cod. 396 und 544 — Passeier; Fol. 39—47 — Untervintsehgau. Geschrieben ist das Teilbuch (Cod. 397) in einer schönen, gleich­mäßigen und ausgeprägten Kursive des 14. Jahrhunderts, die in der Schreibschule der Tiroler Kanzlei geübt und gemeistert wurde. Der größte Teil der Einträge stammt von einer Hand, nur die Einträge aus dem Gericht Passeier sind von einer anderen Hand in etwas kräftigerer Schrift und weniger zierlichem Duktus geschrieben. Die Korrekturen sind nicht sehr zahlreich und offenbar beim Überlesen des Geschriebenen vom gleichen Schreiber nachträglich angebracht worden. Daß die Handschrift schon ursprünglich in Buchform angelegt war, beweisen die gelegentlichen Verweise auf vorhergehende Ein­') Die heutige Aufstellungsnummer ist für Cod. 397 blau 12.5 und für Cod. 396 rot 54.

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