Domanovszky Sándor: József nádor iratai III. 1807-1809. (Budapest, 1935)
1809 Január-Május
kann Euer Majestät von der hierlandes allgemein herrschenden guten Stimmung und von dem allgemeinen Wunsche, die allerhöchsten Absichten nach Möglichkeit zu secundiren, überzeugen. Sind auch hin und wieder einige Behörden, die Euer Majestät Wünschen nicht so gantz entsprechen, so ist es sicher nicht böser Wille, sondern Unvermögen, oder minder gute Einleitung der Chefs, die daran Ursache ist. Eine Sache muß ich Euer Majestät mit jener Freymüthigkeit, mit jenem Zutrauen, zu denen mich Ihre so oft erprobte Gnade und Freundschaft berichtiget, erklären, die mir einige Besorgniße erwecket. Ich und der Primas schreiten in der näml[ichen] Sache nach der näml[ichen] von Euer Majestät ertheilten Belehrung und ich hoffe, von meiner Seite nicht mit weniger Eifer, als der Primas, fort, und doch differiren wir in der Modalitaet, in der Ansicht. Ich habe es nach dem Sinn und dem Worte des königlichen] Rescripts und der allerhöchsten Befehle bey Aufruf ung des Adels und des vermöglicheren Contribuenten zu Oblaten zu der Insurrection und der k. k. Armee in Mannschaft und Früchten bewenden lassen und habe nach Umständen und der Stimmung der Gemüther, theils in denen Comitats-Congregationen, theils in Conferenzen, theils aber auch durch Auf ruf ungs-Schreiben die Sache eingeleitet, es jedoch immer bey dem freyen Willen eines jeden gelassen. Der Primas urgirt vorzüglich] die Stellung mehrerer Reuter zu der gesetzlichen] Insurrection, dann die Subsidien in Früchten, er betreibt die Verhandlung der Sache in denen C[omi]tats-Congregationen und die Erklärung der Offerten in selben und trachtet das erstere auch durch Repartitionen zu erzielen, wenn die Comitater, oder wenigstens ein Theil deren Mitglieder dazu incliniren. Gleich, als ich ihme eine Copie des von mir an die Obergespänne der mir anvertrauten Districte erlassenen Schreibens zusendete, erklärte er sich mit dessen Innhalt nicht einverstanden zu seyn, worauf ich ihm erwiederte, daß ich es auch nicht gantz mit seiner Methode wäre. Dahero kam er auch am 12-ten dieses zu mir und widerhohlte den Besuch gestern. Wir haben beedemahl die Sache mit einander debattirt und sind über die meisten Puncten einig geworden, über die wir nun nach einerley Ansicht fortschreiten werden, allein über den Haupt-Punct konnten wir nicht einig werden, ich behaupte näml[ich], daß jede Repartition einer nicht gesetzlich] bestimmten Last oder Bezahlung durch ein Comitat, nicht nur praeter legem, sondern sogar wider die ersten Grundlinien der Constitution sey und jenem, der sich einer solchen Verfügung nicht unterziehen will, gar nicht binde ; noch mehr, daß sie den königlichen] Rechten derogire, da es keineswegs gestattet werden kann, ohne letztern zu nahe zu treten, daß die