Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)
1806
Zum Fuß dieser Armee könnte von jedem hung. Infanterie- und Cävällerie-Regimente 1 Bat[aillon] und 1 Div[ision] reducirt, das Regiment mit der Mannschaft derselben completirt, die Öfficiere, Unterofficiere und ein Theil der gedienten Mannschaft zur Bildung der Reserve-Armee an die bestirnten Sammelplätze abgeschickt werden. — b) Errichtung einiger leichten Bataill[ons] aus geübten Schützen und Bewohnern der Städte. Deren könnten bey der grossen Ausdehnung HUngarns mehrere errichtet werden und würden selbe wesentliche Dienste leisten. — c) Ausschreibung einer PersonalInsurrection, zu welcher nicht nur die nach dem Gesetze von 1805 bestimmten, sondern der gantze Adel zu Pferde concurriren müßte. Selbe könnte überdieß durch Errichtung der Banderien und Beyziehung der privilegierten] Districte und größeren Communitäten merklich vermehrt werden. In diesem Falle müßte jedoch für die Erhaltung der ärmeren Adeligen gesorgt werden. Daß, wenn diese Anstalten mit Thätigkeit und Ernste betrieben werden, sie von grossem Erfolge seyn können, wird niemand bezweifeln, doch muß man auch bekennen, daß selben in der Ausführung manche wesentliche Hinderniße im Wege stehen würden, welche jedoeh meistens behoben werden könnten. Alle vom Lande über die Illegalitaet der angetragenen Maaßregeln zu besorgenden Einwürfe würden hoffentlich durch die dem Lande bey einem feindlichen Einfälle drohende Gefahr beseitiget, widrigenfalls müßte ihnen mit Ernst begegnet werden. Wesentlich] waren die Umstände, welche der Mangel an Kleidung und Waffen der Errichtung einer Reserve-Armee entgegenstellen würden, allein in diesem dringenden Nothfalle könnte ersterem durch Belassung der eigenen Kleider, bis die erforderliche Montour beygeschafft würde, letzterem durch Abnahme aller im Lande befindlichen Gewehre einigermassen abgeholfen werden. Aus dem bisher erwähnten geruhen Euer Majestät sich gnädigst zu überzeugen, daß dieses nur hingeworfene Ideen sind, die ich Ihnen aus wahrem Diensteifer zur weiteren Prüfung zu unterlegen mich unterfange und anbey bemerke, daß ich es, soviel ich bey dem Mangel am einigen Daten es zu thun im Stande bin, trachten werde, Ihnen nächstens hierüber eine weitere Ausarbeitung zu liefern. Bey gegenwärtiger Gelegenheit nehme ich mir die Freyheit Euer Majestät anliegende Bittschriften zu unterlegen und jene des StatthaltereySecretairs B. Barkoczy Lhrer Gnade vorzüglich anzuempfehlen. Selber ist ein rechtschaffener, wohlgesitteter junger Mann und ein sehr eifriger und fähiger Diener des Staats, verdient mithin allerdings Ihre väterliche Rücksicht und die Gewährung seiner Bitte. Schlüßlichen melde ich Euer Majestät, daß da die Erzherzogin Elisabeth bey Ihrem Aufenthalte in Pesth mich mit Gnaden überhäuft, so gedächte ich selbe einigermassen dadurch zu erwiedern,. daß ich, wenn Euer Majestät nicht entgegen sind, ihr durch meine unerwartete Ankunft nach Wienn am 19-ten dieses, als ihrem