Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1806

«s bekannt ist, daß dem Oberhaupte des Staats hierüber mehrere Vorschläge unterlegt worden sind, daß Dasselbe selbst die Noth­wendigkeit erkennet, eine schleunige Abhülfe zu treffen, so kann man mit Grunde hoffen, daß der erwünschte Augenblick nicht ferne sey, in welchem diesem so bedenklichen] Übel wirksam gesteuert werden wird. Allein damit diese Hülfe dem Staate von Nutzen seye, auf «lie öffentliche] Stimmung wirke, ist es nothwendig, daß sie bald erfolge, daß sie mit der tröstenden Aussicht einer Möglichkeit für die Zukunft (wenn nicht ausserordentliche] Unglücksfälle ein­treten sollten) keine Erneuerung dieser Laage zu erleben verbun­den seye. Dieses kann nur vorzüglich] durch eine in der Staats­Verwaltung, in dem Gang der Geschäfte getroffene wesentliche] Abhülfe erzielet werden ; hierüber sind auch bereits der Regierung auf die gegenwärtige Laage der Sachen, auf die öffentliche] Denkungsart gegründete Vorschläge unterlegt worden, die wenn auch nur deren allgemeine Grundsätze angenommen werden, den­noch schon durch das bloße, hiedurch bezeugte Bestreben eine nützliche] Aenderung in der Verwaltung treffen zu wollen, die Stimmung verbesseren würden ; allein auch hierinn muß (damit diese Maaßregeln auf letztere wirken) schnell und mit Thätigkeit vorgegangen werden, und die Gesammtheit der Staatsbürger muß dadurch von dem festen Willen der Regierung, eine Abänderung treffen und handhaben zu wollen, eine Ueberzeugung erlangen. Nebst diesen allgemeinen Anträgen zu Verbesserung der öffentlichen] Meynung, könnten auch noch folgende einzelne Mittel zu diesem Zwecke angewendet werden. Im Anfang dieser Schrift bemerkte man, wie sehr die Stim­mung des kathol [ischen] Clerus aus mehreren daselbst angeführten Gründen heruntergesunken, was vor Uebel aus dem Mangel an Aufsicht, an der gehörigen Disciplin entstanden und noch entstehen können. Wie wesentlich] einem Staate die Erhaltung der guten Stimmung unter der Geistlichkeit sey, und was für einen Einfluß letztere auf die öffentliche] Meynung, auf die Denkungsart des Volkes habe, brauchet man nicht zu erwähnen, da die Geschichte und selbst das ohnlängst von Frankreichs Kaiser geschlossene Concordat beweisen, wie nöthig es für den Staat sey, den Clerus auf seiner Seite zu haben, durch selben die Gesinnungen des Volkes zu leiten. Besetzung einiger der so lange erledigten bischöflichen Stühle mit rechtschaffenen apostolischen Hirten, Verleihung einiger Pfrün­den an würdige Geistliche] und Seelsorger, eine, wenn auch noch so geringe Erhöhung der Congruen der schlechter dotirten Pfarrer, Cooperatoren und Local-Capläne, da es wegen Mangel an Fond nicht thunl[ich] ist, selben die angerathene höhere Ausmaaß von Domanovszky Sándor: József nádor iratai, m. 35

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