Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

heit so weit trieb, daß sie die Bagage des Kaisers Alexander plünderten ; ein gleiches wäre dem unsrigen und unserer Generalität geschehen, wenn sie sich nicht mit gewaöheter Hand widersetzt hätten. Bey dieser ausserordentlichen] Verwirrung, bey der gegründeten Vermutung, daß wenn der Feind die Armee verfolgen wollte, er sie bevor sie noch die March erreichte, einhohlen und wohl gar gäntzl[ich] aufgerieben und gefangen gemacht haben würde, trug man darauf an, unser Kaiser solle mit Bonaparte zusammenkommen, um von ihm einen Waffenstillstand für beede Armeen zu erwirken ; man rechnete darauf, daß Bonaparte, der auf diese Zusammenkunft einen hohen Werth setzte, viel traitabler dadurch werden könnte. Einige, worunter auch Gr. Stadion, waren der Meynung, man solle eben aus letzterem Grunde eine solche Zusammenkunft für eine wichtigere Gelegenheit reserviren, allein die Mehrheit war für ersteres Votum, dem der russische Kaiser, welcher nun ganz muthloß und verstöhrt war, beystimmte, daher entschloß sich unser Kaiser, um seinem Alliirten einen neuen Beweis seiner Freundschaft zu geben, und seine Armee, die sonst vielleicht verlohren war, zu retten, zu besagtem für Ihn sehr hartem Schritt, und F[ürst] Johann Lichtenstein wurde an Buonaparte abgesendet um ihn davon zu prevenieren. Indeß sammelte man ohngefähr 4 bis 5 russische Bataillons, welche mit einigen oester­reichischen und einem Theil unserer Cavallerie eine Prinzengarde bildeten, wovon der Fürst Pagration 1 das Commando übernahm und den Auftrag erhielt, das Hauptquartier und die Flucht der Armee zu decken. In der Nacht vom 3-ten auf den 4-ten verließ derselbe seinen Posten ohne das Hauptquartier zu voeotiren, und beede Kaisers wären durch die Franzosen aufgehoben worden, wenn nicht unsere Cavallerie bey Zeiten Lärm gamacht hätte. In der näml[ichen] Nacht wurden selbe noch einmahl allarmirt und mußten sich nach Cseitsch flüchten, weil die Russen nirgends Stich hielten, sondern auf die blosse Nachricht des Feindes An­nährung flohen. Am 4-ten trachtete man so viel mögl[ich] die geschlagene Armee über die March zu bringen, wozu der wegen der Zusammenkunft beeder Kaiser geschlossene Waffenstillstand vieles beytrug. Diese Entrevue hatte am 4-ten zwischen beeden Armeen bey einem französischen Wachtfeuer statt. Fürst Johann Lichtenstein begleitete unsere 2 Marschälle und 4 Adjutanten begleiteten den französischen Kaiser. Beede besprachen sich ohngefähr anderthalb Stund in geheim auf einem sehr freund­schaftlichen] Fuß und unserer hat mich versichert, daß der französische sich äußerst artig und vorkommend betragen, letzterer versicherte Ihn seiner Achtung und Freundschaft, und gestand gleich den Waffenstillstand gegen denen zu, daß die Truppen 1 Bagration Péter herceg (1762—1812), Austerlitznél Lichtenstein herceg seregének elővédjét vezette.

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