Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

nach Haus kehren sollten. Er versicherte Ihn ferners, daß wenn Rußland mit uns zugleich den Frieden schließen und seine Häven denen Engländern sperren wollte, er von uns kein Land ab­fordern würde. Sollte dieses nicht seyn können, so wäre er es seinem Ruhm, seiner Nation schuldig, daß er sieh auf unsere Unkosten eine Garantie wieder alle Rückfälle, eine Entschädigung für seine Alliirte schaffte. Er erkundigte sich um den Gr. Stadion und seine Eigenschaften, und in Folge dieser Unterredung war es, daß er im 12-ten Wiener Extrablatte die dem Gr. Stadion zur Last gelegte Beschuldigung, als einen Druckfehler, wiederrief. Er sprach viel von der Art, wie uns unsere Alliirten verlassen, und von dem, was wir stäts von ihnen zu hoffen hätten, aber mit Mässigung; auch berührte er den Punkt 1. an unseren Ministern,, jedoch auf eine delicate Art. Dieses waren die vornehmsten Gegen­stände, nach welchen beede Kaiser zufrieden von einander schieden. Die in dem 11-ten Extrablatte aber enthaltenen Gespräche sind durchaus falsch. Nach dieser Unterredung, während welcher der russische Kaiser so außerordentlich] besorgt öfters nachsehen ließ, ob wirkl[ich] ein Waffenstillstand zu Stand käme, zog sich die vereinte Armee (die Russen noch immer in der äussersten Unord­nung) über die March nach Holitseh. Der russische Kaiser genehmigte den Waffenstillstand und befahl sogl[eich] seiner Armee in ihr Vaterland zurückzukehren, ohngeachtet allen Sacri­fieen aber, welche unser Kaiser seiner Allianz gebracht, war er nicht zu bewegen, durch baldige Abschliessung eines Friedens mit denen Franzosen unsere Monarchie vor einem Verluste zu schützen. Um denen Vorwürfen unseres Kaisers zu entgehen, reißte er eilends am 6-ten von Holitseh nach Petersburg ab, affectirte zwar mit unserm Kaiser nicht zufrieden zu seyn, beur­laubte aber sich doch freundschaftlich von Ihm. Die an seinem Hofe befindlichen] Russen und der Großfürst Constantin betrugen sich dagegen sehr unartig und sprachen von nichts anders, als daß man sie verrathen hätte. Ein Glück, daß ich damals nicht da war, denn ein solches Betragen würde ich auf keinen Fall gelitten haben. Am 6-ten wurde der Waffenstillstand, der Dir bekannt ist, abgeschlossen, über welchen man spricht, F[ürst] Johann Lichtenstein habe sich in Verhandlung desselben zu sehr übereilt und daher nicht sehr günstige Bedingungen erhalten. Seit der Zeit wird am Frieden gearbeitet. Die ersten Bedingungen waren: Abtretung des Venetianischen, Istrien und Dalmatien an Frankreich, Entschädigung des Churfürsten von Bayern in Schwaben. Nun aber fodert Bonaparte die Abtretung des Venetianischen an Frankreich, die oesterreichischen Lande in Schwaben zu Entschädigung seiner Alliirten in Deutschland, t-ine Vertauschung von Salzburg und Passau gegen Tyrol, welches dem Ferdinand zufallen würde, endl[ich] 100 Millionen Livres für seine

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