Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 63 30. 1449, April 10 (donrstag vor ostern 1449), Neuhans. — Die Parteien Girschiks von Kunstadt und Podiebrad und Ulrichs von Neu haus, die zum Teil in Neuhaus, zum Teil in Pilgram versammelt waren, vergleichen sich schließlich zu Neuhaus dahin, daß über alle Kriege, Unwillen und Zwietracht, so zwischen diesen Parteien entstanden sind, die Bevollmächtigten beider Teile als: Ulrich von Rosenberg, Alesch von Sternberg, Arnost von Leschkowetz und Ulrich von Kolowitz nach Prüfung der gegenseitigen Spruchbriefe zu entscheiden hätten, daß zu diesem Zwecke vom nächsten St. Jorgentage bis über ein Jahr ein christlicher Friede zu gelten habe, und daß in dieser Zeit, und zwar acht Tage nach Jakobi, auch eine Versammlung in Iglau, zu der auch der römische König, die geistlichen Prälaten, Herren usw. von Mähren und Schlesien zu laden wären, einzuberufen sei, die auch über die Besetzung Böhmens mit einem König zu beraten hätte. Die Gesandten, die von Pilgram nach Neuhaus geschickt wurden, waren: Alesch von Sternberg, Haschek von Waldstein, Friedrich von Donyn, Ulrich von Kralowitz, Garzek von Pürglos, Epik von Krutzenburg, Jan Pratzel von der Stadt Tabor und Wancko Smazil von der Stadt Laun wegen, und auf Ulrichs Seite: Gindrzich von Rosenberg, sein Sohn Ulrich von Neuhaus, Jan von Auß, Kuneseh Roskosch von der Duben, der Priester Besdrzich von Strasnitz, Arnoscht von Leschkowitz und Jameck von Pürglos, welche alle den Vertrag zu halten gelobten. Siegler: Ulrich von Rosenberg und Alesch von Sternberg. Fol. 53b bis 55 b. — Archiv éesk3h II, S. 250 bis 254 (tschechisch). — Erwähnt bei Palacky, IX. Buch, 4. Kap., S. 217. 31. 1449 oder 1450. Zeitung über die »raynigung der zwitrecht beider Bebste« (Nikolaus V. und Felix V.) »gescheen durch die vier fürsten und dem könige von Franckreieh, Engellant, Sicilien und den Delphin ... zu der stat Kasan« (Lausanne). Darnach sollte das Konzil von Basel nach Lyon verlegt werden, dem alle geistlichen und welt­liche Fürsten und auch Papst Nikolaus gehorsam sein sollen. Die Zeitung enthält ferner Bestimmungen über den Titel des abtretenden Papstes und welches Einkommen derselbe aus der päpstlichen Kammer beziehen soll (jährlich 30.000 Dukaten). Weiter wird darin gemeldet, daß sich Felix »aller bebstlicher zirheit« bedienen könne »außgenommen vierer sach: des guidein crewtz uff dem Fuß, des vischers vingerlein, des siglichen phans, auch, das gotzleichnam vor im nicht getragen sol werden*, auch daß ihn Papst Nikolaus in allen seinen (des Felix) Gebieten zu Savoyen, in den deutschen Bistümern: Konstanz, Chur, Basel, Straßburg und Wallis, auch in Frankreich und Gallien und im Fürstentum Lyon nicht bestrafen könne, und daß alle von ihm eingesetzten Würdenträger in ihren Ämtern verbleiben sollen.

Next

/
Oldalképek
Tartalom