Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Literatur und Notizen
312 Notizen. Normaliensammlungen nicht leicht zugänglich sind, stellen sich die Auszüge aus den Benützungsvorsehriften dar, die der Autor mit Erläuterungen versieht. Zu der allgemeinen Literaturübersicht wäre noch zu nennen ein Aufsatz: Archivbenützungsordnungen von P. Wittmann, Deutsche Geschichtsblätter, Bd. J, der die bayrischen Benützungsvorschriften mit denen anderer Staaten in Vergleich setzt. F. Grüner. Pantheon, Adreßbuch der Kunst- und Antiquitäten-Sammler und -Händler, Bibliotheken, Archive, Museen, Kunst-, Altertums- und Geschichtsvereine, Bücherliebhaber, Numismatiker. Ein Handbuch für das Sammelwesen der ganzen Welt. Bearbeitet auf Anregung von Josef Zenker, vormals Bedakteur der Antiquitäten-Zeitung, Stuttgart. Eßlingen a. N. 1914. Paul Neffs Verlag (Max Schreiber), VII und 496 S. 8°. Das Adreßbuch hat die Bestimmung, »ein Bindeglied im Kauf- und Tauschverkehr beim Kunst- und Antiquitäten- Sammelwesen zu sein« und vereinigt daher in einem fortlaufenden, nach Städten geordneten Alphabete die Adressen von Kunst- und Antiquitätensammlern und -Händlern. Hiebei werden auch die öffentlichen Sammlungen, Archive, Bibliotheken und Museen in knappen Angaben berücksichtigt. Dreizehnter deutscher Archivtag in Breslau, 4. und 5. August 1913. Wir leben in einer Zeit der Kongresse und beinahe jedes Wissensgebiet hat für solche Tagungen ein Bedürfnis. Der Umstand, daß diese vielfach alle Jahre stattfinden, birgt freilich insofern einen Übelstand in sich, daß man kaum wird eine allgemeine Frage finden, die nicht schon erörtert worden wäre. Diese Erschöpfung führt naturgemäß zur Behandlung von Spezialfragen, die mehr oder weniger doch die Form gesprochener Zeitschriftenaufsätze wird annehmen müssen und die Diskussion oft völlig ausschließt. Diese Zurüek- drängung der Debatte, die eigentlich die Seele derartiger Veranstaltungen sein sollte, und damit die steigende Wertung des gedruckten Berichtes sind charakteristische Erscheinungsformen solcher Verhältnisse. Diese Gefahr, der alle Kongresse ausgesetzt sind, besteht glücklicherweise für die Archivtage nur zum Teil, indem der Besuch der Archive des Tagungsortes und im Anschlüsse daran die lebensvolle Behandlung des Arehiv- wesens des betreffenden Territoriums zum eisernen Bestände der Tagesordnung ebenso gehören als die Erörterung wenigstens einer allgemeineren Frage. Diese Berücksichtigung der praktischen Seite des Archivwesens gibt der Wahl des Tagungsortes eine besondere Bedeutung. Der Verlauf des Archivtages in Breslau hat diese Tatsache von neuem bewiesen, indem eben die Verbindung mit der Jahrhundertfeier und der historischen Ausstellung dieser Versammlung einen eigenartigen Charakter verlieh. <• In den Beratungen, die in den Eäumen der Universität stattfanden, bildete die Diskussion über die Benützung der Archive durch Studierende für Dissertationszwecke den Höhepunkt. In den wesentlichen Zügen übereinstimmend wiesen die beiden Eeferenten, die Archivräte Bailleu (Berlin) und Grotefend (Schwerin) auf die Mißstände hin, die sich aus der unzureichenden Vorbildung und der nicht immer zweckentsprechenden und