Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Literatur und Notizen

Notizen. 311 Anhang bringt wichtige Aktenstücke in extenso. Zahlreiche Literaturangaben, Verweisungen und ein Register der Orts- und Personennamen erleichtern die Benützung. F. Grüner. Friedrich Israel, Das Wittenberger Universitätsarchiv, seine Geschichte und seine Bestände. Halle a. d. S. Gebauer-Schwetsehke. 1913 (Forschungen zur thüringisch-sächsischen Geschichte. H. 4). Zum Unterschied von den vorstehenden Publikationen, deren Hauptwert in der Menge und dem rein Stofflichen der Darbietung liegt, eine archivalisehe Monographie, bei der das Archiv nicht nur Quelle, sondern auch Objekt der historischen Darstellung ist. Eingehend sind Werden und Schicksale des Universitätsarchivs geschildert, beson­ders die Gefahren, die ihm das Kriegsjahr 1813 brachte, dann die mannigfachen Irrfahrten der nächsten -Jahrzehnte, die erst mit der Übertragung des Hauptbe­standes an die Universität in Halle im Jahre 1838 im wesentlichen abgeschlossen waren. Der kurze Überblick über die Bestände, der durch Stichproben eine Vor­stellung von Art und Bedeutung derselben zu geben sucht, wird ergänzt durch das Schema der vom Autor in den letzten Jahren hergestellten Neuordnung des Archivs und durch Abdruck der Fundationsurkunden der Universität; nament­lich letzteres ist sehr willkommen, da diese Urkunden, die zum Teil voll­ständige Universitätsstatuten darstellen, bis jetzt noch gar nicht oder nur an sehr entlegenen Stellen veröffentlicht waren. Einen reichen Quellenstoff, be­sonders für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte, erschließen die (137) Regesten der im Universitätsarchiv verwahrten Originalurkunden des Witten­berger Allerheiligenstiftes. F. Grüner. Die Veröffentlichungen ans dem Stadtarchiv Colmar wenden sich nunmehr den Beständen selbst zu: 2. H. Repertorium des Stadt­archivs Colmar i. E. Aufgestellt von Prof. Carl Engel. 1. Lieferung. Straßburger Druckerei und Verlagsanstalt, Filiale Colmar. 1913. Nach einem Überblick über ältere Ordnungsarbeiten folgt die Verzeichnung der Bestände, die jetzt wieder im wesentlichen nach dem Plane Hüffels aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufgestellt und repertorisiert sind. Die vorliegende Lieferung umfaßt die Stadtprivilegien, Reichssachen, Akten, die den Verkehr mit den franzö­sischen Staatsbehörden betreffen, endlich einen Teil der Stadtverwaltung. Wenn die Verzeichnung in der bisherigen Form fortgeführt werden soll, werden wohl noch etliche Lieferungen notwendig sein. Allerdings könnte — so namentlich bei den Akten über städtische Funktionäre — eine Komprimierung des Stoffes ein treten; es würde doch zu weit führen, wollte man neuzeitliches Archivmaterial für Publi­kationszwecke überall in solcher Breite repertorisieren. F. Grüner. Dr. Otto Riedner, Winke für die Benützung der staatlichen bayrischen Archive. Bibliothek für Volks- und Heimatkunde. Nr. 93. Kauf­beuren. Das Werkchen ist vornehmlich für bayrische ortsgeschichtliche Forscher bestimmt, die keine »gelernten« Historiker sind; ihnen gelten die Bemer­kungen über den Inhalt der Archive im allgemeinen. Sodann wird eine kurze Charakteristik der Bestände der einzelnen bayrischen Archive gegeben und auf Spezialliteratur darüber verwiesen. Als das Dankenswerteste an der Schrift, besonders auch für ausländische Benützer, denen die betreffenden

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