Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Kleinere Mitteilungen
280 Kleinere Mitteilungen. Originalurkunden stammen aus den Jahren 1508 (Privileg Heinrichs von Schwanberg, leider sehr stark beschädigt), 1524 (Woehen- und Jahrmarkt durch K. Ludwig II.), 1595 (Geburtsbrief für den Leinenweber Georg Rogier), 1615 (Vertrag mit Joh. Rost in Eslarn [Bayern] wegen des Salzkastens; Papier), 1629 (Todfallsbefreiung des Dorfes Mallowitz [Bezirk Mies] durch Joh. Friedr. von Schwanberg), 1642 (Rathausverpachtung; Papier), 1676 (Leumundzseugnis für Christoph Flor. Reiffenberg; Papier), 1691 (RathausVerpachtung; Papier), 1782 (Kaufkontrakt; Papier), 1788 (Josef II.: Jahrmärkte; Perg.). Kopien: 1547 (K. Férd. L, Privilegienbestätigung). Konzepte: 1595 (2) wegen des Brauwerkes. Akten: Mehrere Gerichtssachen von 1710, 1718, 1719, 1723, 1724; eine Grundbuchstabelle 1705 bis 1706; zwei Ausgaben- (Rats- erneuerungs-) Bücher 1650 bis 1682, 1683 bis 1692; ein Handbuch über Einnahmen und Ausgaben 1714 bis 1720; zwei Quartal-Raittungen 1753 bis 1780, 1780 bis 1817; eine St. Joannis Oapellen-Jährl. Raittung 1705 bis 1740; ein Protokollbuch 1789 bis 1806; ein Bürgerpflichten- Angelobungsbueh 1848 bis 1850; außerdem noch 26 Stück Akten des 18. und 19. Jahrhunderts; ein Auszug aus dem Weseritzer Grundbuche (17. Jahrhundert). Ferner drei Siegelstempel. 4. Mies. Das Archiv der kgl. Stadt Mies war ehedem sehr reichhaltig. Schon die Stellung der Stadt in der Reihe der kgl. Städte Böhmens, die Lage an der wiederholt privilegierten Straße von Prag über Pilsen ins »Reich«, der frühzeitig eröffnete Bergbau auf Silber und Blei sicherten ihr eine lebhafte Anteilnahme an den Geschicken des Landes wie auch ein reiches inneres Leben. Der Ausdruck nach diesen beiden Richtungen war ein ausgiebiges Urkunden- und Aktenmaterial. Trotz wiederholter Brände früherer Zeit (1479, 1508, 1528, 1588) und anderer schädlicher Einflüsse blieb noch ein verhältnismäßig großer Archivbestand übrig. Der Chronist des 19. Jahrhunderts, Musterlehrer Karl L. Watzka (1798 bis 1886), konnte denn auch in seiner in mehreren Exemplaren vorhandenen handschriftlichen »Chronik der kgl. Stadt Mies« das damals noch intakte Archiv ausnützen; er begnügte sich leider nur mit Übersetzungen, die er, vielfach ohne Quellenangabe und oft ungenau, seiner Chronik einverleibte. Immerhin bleibt auch diese Arbeit wertvoll, namentlich dann, wenn die Originale verschwunden sind. Auch Forscher, wie Erben und Emler (in Regesta Boh.), J. Celakovsky (Codex uris municipalis regni Boh., II, S. 749, 820 u. ö.), Dr. G. Juritsch (Mieser Gymn.-Progr 1895), Dr. A. Sedlácek (Hrady, XIII) u. a., konnten noch die Ori-