Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)
Kleinere Mitteilungen
278 Kleinere Mitteilungen. Dr. Benno Petula, k. k. Oberbezirksarzt Dr. Franz Budofsky, ein gebürtiger Bischofteinitzer) ist Aussicht vorhanden, daß die archivalischen Schätze der Stadt vor schädlichen Einflüssen bewahrt werden. Inhaltsangaben und zwei Signierungen beweisen, daß die Dokumente früher entsprechend beachtet wurden; namentlich zeichnete sich da der Bürgermeister Josef Eckhardt 1851 bis 1853 durch eine außerordentliche Fürsorge aus. Unter den Urkunden sind Privilegien der Landesherren und der Prager Erzbischöfe (letzteren gehörte bis zu den Husitenkriegen die Stadt) über Märkte, Zinsen, Besitzungen, Gerichtsbarkeit u. a., beziehungsweise wiederholte Bestätigungen solcher Freiheiten, so aus den Jahren 1375 (Karl IV.), 1406 (Erzb. Zbinko), 1454 (K. Ladislaus), 1497 (Wla- dislaw), 1528, 1544, 1545, 1546 (K. Férd. L), 1562 (Joli. d. J. von Lob- kowitz), 1569 (Max. II.), 1585 (Rudolf II.), 1622, 1652 (Férd. II. u. III.), 1783 (Josef II.), 1795 (Franz II.), sämtlich Original-Pergamenturkunden. In mehreren Pergament-Vidimus (in Buchform) aus den Jahren 1533 (durch den Prager Dechant Wenzel Picetinus), 1546 (durch die Prager Administratoren, beziehungsweise Joh. d. J. von Lobkowitz) und 1597 (durch die Stadt Pilsen) sind außer den noch in Originalen und Abschriften enthaltenen Urkunden auch andere, jetzt nicht mehr vorhandene Dokumente inseriert, so von 1418 (Erzb. Konrad), 1419 (Erzb. Konrad), 1422, 1423, 1434 (K. Siegmund), 1457 (K. Ladislaus). Die Privaturkunden von 1403, 1456, 1466, 1499, 1524, 1525, 1567, 1584, 1593, 1622, 1634, 1650 (2), 1653 und 1786, original und auf Pergament geschrieben, betreffen Besitzverhältnisse, Verträge, Streitigkeiten, Wappenbriefe u. a. Mehrere von ihnen erscheinen auch im Pilsener Vidimus von 1597 aufgenommen; die Urkunden von 1437, beziehungsweise 1534 sind nur in Abschrift, beziehungsweise im Trans- sumpte erhalten. Die Urkunden von 1514 (Leiptziek) und 1626 (Stubenberg) enthalten fremdes Material. Wie schon angedeutet, sind von den meisten Urkunden Trans- sumpte, Kopien oder Übersetzungen, oft in mehreren Stücken, vorhanden. Die Akten sind verhältnismäßig spärlich vertreten, von 1653 bis 1849 reichend. Es sind meist Quittungen, Polizeiakten, Steuersachen, teils einzeln, teils in Faszikel. Aus neuester Zeit eine Truhe voll Akten über das Brauhaus. Über die in Bisehofteinitz ehemals blühende Kürsehnerzunft sind drei Original-Pergamenturkunden von 1651 (Zunftordnung aus Pilsen), 1657 und 1679 (Bestätigung der Zunftartikel durch die Stadt, beziehungsweise durch A. M. Graf zu Trauttmansdorff) sowie zahlreiche Akten vorhanden; unter letzteren ein Aufding- und Freisprechbueh 1759 bis