Mitteilungen des K. K. Archivrates 1. (Wien, 1914)

Kleinere Mitteilungen

Kleinere Mitteilungen. 277 2. Codex 164, fol. germ., Perg. 4°. Ledereinband. Es ist ein Kopialbucli der Generalien »so von der Römischen Kngl. Mt., auch dem herrn landshauptman und vizthomb in Steyr ausgangen«. Es enthält gleichzeitige Kopien der 1. f. Generalien aus den Jahren 1551 bis 1574; hie und da erscheint die chronologische Aneinanderreihung ein wenig gestört. Der erste Schreiber dürfte der auf der ersten Seite genannte Ludovieus Wenig sein. 3. Codex 165, fol. germ., Perg. 4°. 437 Bll. mit vorhergehenden sieben unbezeichneten Blättern. Einbanddecken von Holz, mit Papier überzogen, Ecken und Rücken von Leder; am Einbandrücken (von einer Hand aus der Mitte des 19. Jahr­hunderts): »Instructionen für den fürstl. Hofstaat zu Grätz des Erzherz. Ferdinand sec. XVI«. Der Kodex ist offenbar als ein Hand- und Vormerkbuch von der Kanzlei der Grazer Hofkammer geführt worden. Die Anlage erfolgte von einem doppelten Gesichtspunkte aus; einerseits wollte man die für die verschiedenen Beamten des Hofes und der Hofkammer geltenden Instruktionen sammeln, anderseits das für die Verfassung von Voranschlägen und Gebührenbemes­sungen zweckdienliche Materiale in Vormerkung halten. Der Kodex scheint in zwei Absätzen von zwei Händen geschrieben worden zu sein. Die erste Hand schrieb 1596 oder 1597; von ihr rühren die Instruktionen fol. 73 bis 178 und 390 bis 396 her, sodann fol. 330 bis 414, die ins Einzelne gehende Darstellung des Kostenaufwandes für die Grazer Hofhaltung im Jahre 1596. Verschiedene Symptome lassen vermuten, daß es bei der Samm­lung der Instruktionen mehr auf das Formulare derselben ankam. Die zweite Hand dürfte 1609 bis 1613 geschrieben haben; sie schrieb die Instruktion für den Hofmarschall vom Jahre 1611 auf fol. 1 bis 5, sowie eine Reihe verschiedener kleinerer, auf den Hofdienst bezugnehmender Notizen, fol. 327 f. und 415 bis Schluß; von ihr rührt auch das Register des Kodex her. In späterer Zeit (1689) wurden einige leere Folien zur Einschreibung eines »Arzneypueeh« verwendet. Der Kodex bietet zweifellos wichtiges und interessantes Material für die Geschichte der innerösterreichischen Verwaltung, vor allem der Grazer Hofhaltung unter Erzherzog Ferdinand. Graz. V. Thiel. Aus westböhmischen Stadt- und Pfarrarchiven. (Erster Bericht. Nach Aufnahmen in den Jahren 1007 bis 1911.) 1. Bischofteinitz. Das Archiv der Stadt Bischofteinitz ist sehr reichhaltig, leider in einem rückwärtigen Zimmer der Stadtkanzlei in einem Holzschranke nicht sicher genug aufbewahrt. Dank dem Entgegenkommen des Bürger­meisters Hermanji Biedl und der politischen Behörde (k. k. Bezirkshauptmann

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