Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)
Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813
Zwischen Elbe und Riesengebirge. 85 Neipperg hatte somit durch seine Kriegslist, die den Feind vom Einmärsche abhalten sollte, just das Gegentei I erreicht. Obwohl Napoleon anscheinend schon jede Lust verloren hatte, angesichts des aus Schlesien eindringenden Heeres Blüchers sich wegen der angeblich irgendwo in Böhmen befindlichen Russen in Abenteuer einzulassen, so bewogen ihn gerade die geflissentlich ausgestreuten Gerüchte, einen Blick hinter die verdeckenden Berge zu tun und einen, wenn auch nur kurzen Einfall in Böhmen zu unternehmen. Neipperg hatte am Morgen eine Alarmdisposition für die Gruppe bei Gabel erlassen. Auf das vereinbarte Signal, drei Kanonenschüsse, sollten die beiden Kompagnien des 5. Jägerbataillons den am nordöstlichen Ausgang der Stadt an der Straße gelegenen Friedhof besetzen und der Obstl. Blankenstein mit einer seiner Eskadronen beim Schlosse Lämberg eine Stellung zur Sperrung der von Pankraz heranführenden Straße beziehen. Die 2. Kompagnie des 6. Jägerbataillons wurde mit einem Zuge Husaren zur Deckung der linken Flanke und Sperrung des von Krombach heranführenden W eges bestimmt und hatte sich in Hermsdorf festzusetzen. Der Oberst Wieland mit drei Eskadronen von Blankenstein- und den beiden von Kaiser-Husaren hatte samt der halben Kavalleriebatterie in der Ebene nördlich der Stadt zur Aufnahme der Vorposten, die 4. Jägerkompagnie und etliche Husaren, Stellung zu nehmen. Die 6. Jägerkompagnie hatte in der Stadt als Reserve zu bleiben, jedoch bereit zu sein, die Vorpostenkompagnie zu unterstützen: die 5. Jägerkompagnie und die 6 Dreipfünder sollten eine ausgedehnte Stellung auf dem Gemeindeberge, der Höhe südöstlich Gabel, beziehen, wohl um die Anwesenheit eines starken Heereskörpers in der bekannten Position von Gabel vorzutäuschen1). Die Trains, unter Be*) Stellung bei Gabel. „Mit Rücksicht, daß sich bei (tabel mehrere aus der Lausitz kommende Ivommerzialstraßen vereinigen, wird dieser Punkt zur Verteidigung sehr wichtig. Eine Stellung links rückwärts von Petersdorf auf dem Johanneshühl für einen Posten dient zur Beherrschung der Straße von Gabel über Petersdorf, Lückendorf nach Zittau. Die Straße fällt gegen die Grenze zu sanft ab. An der Grenze ist dichte Waldung, die sich link- an den Hochwald anschließt und rechts dieselbe bis Grottau deckt. „Die Stellung von Gabel selbst dehnt sich mit ihrem rechten Flügel