Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Dritte Folge, 1914)

Major Paldus: Zwischen Elbe und Riesengebirge. Die Kämpfe der 2. leichten Division in Böhmen 1813

86 Paldus. deckung von den Kordonisten, hatten nach Wartenberg zu- rückzufahren und sich südlich des Ortes an der nach Oschitz führenden Straße bereitzustellen 1). bis Pankraz, das Zentrum ist in Kunewald und Lämberg, den linken Flügel bildet die Stadt Gabel. Die ganze Stellung ist auf dem Bergrücken, welcher sich vom Fuchs- oder Kammberge ober der Freudenhöhe ablöst und sich zwischen Schönbach, Pankraz, Johnsdorf und Lämberg fort­zieht, zwischen Gabel und Hennersdorf niedriger und breiter wird und zwischen Eingelshain und Lämberg mehrere Schluchten bildet. „Der rechte Flügel ist, wenn der Feind über den Paß vordringt, den heftigsten Angriffen ausgesetzt, der Kirchberg südlich von Pankraz müßte auf das äußerste verteidigt werden. „Das Zentrum ist durch Teiche und steile Höhen gedeckt. Der linke Flügel ist durch die Höhen von Großmergenthal [Groß-Mergthal] und den Mühlgraben bis an die Stadt gedeckt. „Die Stadt Gabel würde einiger Verteidigung fähig sein. Sie liegt etwas hoch und ist mit einer zwar alten und baufälligen Mauer um­geben. welche aber auf einer schwer zu ersteigenden Höhe liegt: die Front ist durch einen Morast und Teich gedeckt. Die Stadt könnte nur von dem einzigen Neißeberge beschossen werden, doch derselbe hat gegen die Stadtseite einen buschigen Abfall, über den man nicht nach der Stadt sehen kann. Diese Bäume müßten vom Feinde erst gefällt werden. „Das Schloß Lämberg, auf einer steilen Höhe gelegen, ist fest ge­baut. und hat über einen tiefen Graben mittels einer Aufzugbrücke die Verbindung mit den rückwärts liegenden Gebäuden. Der Hügel, auf dem das Schloß liegt, wird aber etwas von dem gegenüberliegenden bei der Ziegelhütte beherrscht. Von den rückwärts des Schlosses gelegenen Punkten bei der Martersäule und dem Wasserturme aus könnte man mit Kanonen diesen gegenüberliegenden Hügel bestreichen und auch die Teichdämme beschießen. Links der Stadt Gabel liegt das Schloß Faltenburg [Falkenburg] in der Tiefe, von der Höhe bei Böhmischdorf dominiert. Die Ebene zwischen Kunewald, Johnsdorf und Markersdorf (auch das steinerne Gewänd genannt) ist eine gute Stellung, wenn auch der rechte Flügel schon zum Weichen gebracht worden wäre. Von Gabel führt der Weg über Kingeishain nach Pankraz, von wo ein Weg nach Norden abzweigt und über den Paß, Spittelgrund nach Grottau führt. Im Siebenjährigen Kriege wurde dieser Paß durch Verschanzungen gedeckt, welche noch erhalten und verteidigungsfähig sind. „Aus der Stellung bei Gabel führen drei Wege nach rückwärts : 1. von Pankraz über Schönbach, Kriesdorf, Drausendorf nach Oschitz und Münchengrätz ; 2. von Eingelshain über Johnsdorf, Hennersdorf, Wartenberg nach Niemes; 3. die für alle Fuhrwerke gut brauchbare Kommerzialstraße von Gabel über Posterna [Postrum] nach Niemes. Hühnerwasser und Weißwasser.” Stutterheim, Militärlandesbeschreibung Böhmens 180ö bis 1809. *) Exhibitenprotokoll der 2. leichten Division.

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