Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Gentz und Fasbender. Ungedruckte Briefe aus der Zeit von 1802 bis 1808. Mitgeteilt von Major Jacubenz

Gentz und Fasbender. 91 wird es gerathen. Sie müssen Sich also nun meiner schon noch auf einige Zeit freundschaftlich annehmen, den Frank zur Ruhe verweisen, wenn Sie nicht irgend ein Mittel aus­findig machen können, ihn zu befriedigen und meiner Biblio­thek so lange einen Platz bei Ihnen vergönnen. Vielleicht öffnet sich irgend eine Communikation; vielleicht war das Geld schon näher auf dem Wege als ich glaubte und erreicht mich von irgend einer Seite eher als ich mich dazu versehe. Ich will gewiß nichts unterlassen, was zur Beendigung einer Sache führen kann, die ich selbst so unendlich gern abgethan wissen möchte. Ich sehe einem baldigen Briefe von Ihnen mit un­beschreiblichem Verlangen entgegen. Eine wahre Freude war es für mich, zu hören, wie alle obengenannten Offiziere, zu welchen ich auch noch Wöllwart1) rechnen muß, von Ihren Verdiensten durchdrungen sind; besonders sprach Bub na, mit welchem ich 8 Tage in Teplitz lebte, mit großer Freundschaft und Achtung von Ihnen. Wer kann Sie auch kennen und Ihnen diese versagen! Meine Ergebenheit, mein Vertrauen, meine zärtliche Anhänglichkeit, meine ewdge Dank­barkeit für so viele Beweise Ihres Wohlwollens gegen mich, sind Ihnen bekannt; diese Gesinnungen leben unverändert und unwandelbar in dem Herzen Ihres treuen Dieners Gentz. Wenn Sie keinen andern Weg belieben sollten, so könnten Sie mir die Briefe unter der Adresse des FML. Fürsten von Hohenlohe-Bartenstein zusenden, der ein sehr braver Mann und mir enthusiastisch zugethan ist. ]) Friedrich Wilhelm Freiherr von Wöllwarth, geboren in Stuttgart um 1704, trat 1778 als Fähnrich in die kaiserliche Armee, war 1789 Sekonderittmeister bei Württembergdragonem, 1795 Major und Flügeladjutant, 1799 Oberstleutnant: 1800 Oberst und Kommandant des Kürassierregiments Nr. 10 resp. Nr. 0 (jetzt Dragonerregiment Nr. G), rückte er am 1. Jänner 1807 zum Generalmajor vor, quittierte aber schon am 7. August 1807 die Charge und kehrte in seine Heimat zurück.

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