Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)
Gentz und Fasbender. Ungedruckte Briefe aus der Zeit von 1802 bis 1808. Mitgeteilt von Major Jacubenz
76 Jacubenz. Wenn sich eine schickliche Gelegenheit dazu darbietet, so haben Sie die Gewogenheit, mich in das gnädige Andenken Sr. königl. Hoheit des Herrn Erzherzogs Karl zurückzurufen. Die huldreiche Auf'uahme, die dieser erhabene Prinz mir angedeihen ließ, mußte nothwendig einen unauslöschlichen Eindruck auf mich machen; und Seinen Beifall zu erwerben und zu erhalten, wird stets das schönste Ziel meines Bestrebens und die höchste und edelste Belohnung jeder gelungenen Thätigkeit sein. In der frohen Hoffnung, Ihnen bald mündlich meine Ergebenheit versichern zu können, bitte ich Sie, mit Wohlwollen den erneuerten Ausdruck der hochachtungsvollen Gesinnungen aufzunehmen, worin ich unverändert verharre, Euer Hochwohlgeboren gehorsamster, treuer Diener G e n t z. m. (Ohne Ortsangabe), 16. März 1803. Gestern Abend habe ich endlich General M.1) glücklich aufgefunden und zwei höchst angenehme und höchst lehrreiche Stunden mit ihm zugebracht. Wie ist es möglich, daß das Verdienst dieses Mannes nicht alles zu Boden schlägt, was seiner Wirksamkeit in den Weg treten will? Wenn sich eine gute Gelegenheit dazu darbietet, so bitte ich Sie gehorsamst, nicht zu vergessen, mir bei dem Erzherzog Karl eine kleine Audienz zu verschaffen; sehr lieb wäre es mir, wenn Sie mich den Tag vorher davon benachrichtigen, auch mir melden lassen wollten, ob ich im Frack erscheinen kann? Der Himmel gebe nur Ihnen ausdauernden Muth, Gesundheit und gute Laune. Sich Selbst rebus servare secundis, ist die wahre Maxime der Weisheit in solchen trüben Zeiten, wie die jetzigen sind. G e n t z. ') Offenbar ist liier Mack gemeint; abermals ein Beweis, wie leicht es diesem Manne gelang, seine Umgebung zu blenden.