Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Dritte Folge, 1911)

Die Division Jellačić im Mai 1809. Quellenkritische Studie von Hauptmann des Generalstabskorps Wilhelm Wachtel

Die Division Jellacic im Mai 1809. 201 Jellacié scheint zunächst die Absicht verfolgt zu haben, den Gegner soweit zurückzudrängen, daß der Vor­beimarsch des Trains nach St. Michael möglich würde. Hiezu handelte es sich vor allem darum, den feindlichen rechten Flügel vor St. Michael zu werfen. Demgemäß eilte er selbst zur linken Flügelgruppe Oberst Eckhardt, zu dessen Unterstützung er bald auch das Bataillon de Vaux der Gruppe Ettinghausen heranzog. Zwei Kanonen ließ er in der Gegend der Rammühle ins Feuer treten. Allein auch Ser as, der zwei Geschütze bei St. Valburga stehen hatte1), scheint seinen bedrohten Flügel so verstärkt zu haben, daß der Angriff der Österreicher nicht vorwärts kam. Erst durch rechts flankie­rendes Eingreifen mit dem ihm gebliebenen 3. Bataillon Esterházy führte Ettinghausen die günstige Entschei­dung herbei“2). Ser as wurde vor 11 Uhr vorm, von der Platte hinunter­gedrängt, an deren Rand zwischen St. Valburga und der Mur das Zentrum und der linke Flügel der Division Jellacic Stellung nahmen. Die Österreicher machten bei diesen ersten erfolgreichen Kämpfen am Fresenberg und auf der Platte westlich St. Michael über 70 Gefangenes). C a s s e, V, 127; de Laborde, 223; Vaudoncourt, I, 306; Vignolle, IV, 1372), spricht für den hartnäckigen Widerstand, den sie leisteten. ') Die Stellung der beiderseitigen Geschütze nach den Aufzeich­nungen Lachmayrs (Mitteilungen des Historischen Vereins für Steier­mark, XXIII, 70). ’ 2) Jellacic an Erzherzog J ohann, Anhang, XXIX, hebt aus­drücklich die Tätigkeit des Bataillonskommandanten Obstlt. Hirsch im Gefecht hervor. Auch der Fahnenträger des Bataillons, Korporal Lukas Miakovich, zeichnete sich durch mutvolles Voranstürmen, trotz Verletzung seiner linken Hand, aus. In die Zeit dieser ersten Kämpfe dürfte auch die tapfere Tätigkeit des Korporals Georg Steindel von O’Beilly fallen, der unter den Augen J ellacic seine Kameraden fortwährend aneiferte und selbst trotz einer Kopfwunde so lange wacker in den Feind einhieb, bis er vor Blutverlust zusammen­brach. Miakovich und Steindel erhielten die silberne Tapferkeits­medaille; K. A., H. K. B. 1809, G 4, 186/45; (Thürheim), Geschichte des 8. Ulanenregiments, 102. 3) Nach vorgenannten Aufzeichnungen L ach may rs passierten vor­mittags 300 Kriegsgefangene St. Michael. Nach K. A.,F. A. 1809, „Gefangene österreichische und französische Offiziere 1809“, wurden 1 Hauptmann

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