Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

II. Kapitel. Von der Eröffnung des Feldzuges bis an den Tag bei Pordenone (1. bis 15. April)

57 diesem Lande bestimmt. Die Nachrichten, die man aus Tirol hatte, ließen keinen Zweifel mehr übrig, daß das Volk mitwirken würde. Anonyme Proklamen waren in deutscher und welscher Sprache dahin verbreitet worden, sie waren geeignet, den größten Eindruck zu machen; an jene deren Gesinnungen zweideutig waren, hatte man unter ihrer Adresse ähnliche abgesendet. Das von dem Erzherzog unterschriebene Proklamen war gedruckt, sollte aber erst bei dem Einrücken kaiserlicher Truppen verbreitet werden. Die Instruktion für den Oberintendanten war druckreif und ihm gegeben worden, sie enthielt alle Grundsätze wie in Tirol in politischer Hinsicht vorgegangen werden müsse. C has tel er erhielt Vollmachten. Er erhielt den Befehl, die Feindseligkeiten den 9. zu eröffnen und Tirol zu betreten; er sollte trachten, sich der Gegend von Brixen zu bemäch­tigen, nach dem Brenner und Bpzen vorpoussieren und stets mit den in Italien operierenden Heeren in Verbindung bleiben; die weiteren Operationen wurden ihm freigelassen, die Eroberung und Behauptung Tirols als Hauptzweck vor­gesetzt und wenn der Feind sich gegen Tirol wenden sollte, Verstärkung zugesagt. Der Nachschub an Lebensmitteln und Munition wurde ihm gesichert und dafür mittels des Landfuhrwerkes durch den Oberlandeskommissär Grat S a u r a u, der in Villach war, die Anstalten gemacht. Am 8. berichtete der Erzherzog dem Generalissimus die Lage der DingeJ) und wie er die Operationen zu beginnen ge­denke, was noch fehlte und was in Rücksicht Tirols in der Zukunft für Vorkehrungen würden getroffen werden. Am 8. entwmrf der Erzherzog die Disposition und erteilte die Be­fehle zu der Eröffnung des Feldzuges. Bis zu seiner Ankunft in Villach hatte er die Absicht mit der Armee über Pontafel ’) Der Bericht stellte die entworfene Disposition dar. Die Stärke und Stellung des Feindes. Dann die äußerst ungünstige Witterung, wie sehr der tiefe Schnee, der beständig noch fort falle, die Zufuhren und den Nachschub hemme, daß dieses ein Hauptgrund sei, warum das Heer nicht länger stehen bleiben könne ; der Feind verstärke sich täglich, bereits stünden schon 34.000 Mann in Friaul, 10.000 zwischen Bassano und Verona und 8000 seien auf dem Marsche. Dieses wollte man ihm nicht glauben ; die Folge zeigte es, daß der Erzherzog noch zu wenig angegeben hatte.

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