Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
I. Kapitel (Vorgeschichte des Krieges)
34 Regiment, die 3. Bataillone der Karlstädter und die 2 Garnisonsbataillone abzuschlagen, deren Bestimmung die Verteidigung Kroatiens ist. Diesen Streitkräften setzt der Feind in Italien 100.000 Mann entgegen, welche nach den neuesten Nachrichten folgendermaßen verteilt sind: im Königreich Neapel 13.000, in Dalmatien 18.000. Boudet und Molitor mit 24.000. Die schon gewesenen Truppen in Italien 36.000 und 10.000 Mann von der Armee in Neapel. Die Divisionen Boudet und Molitor sollen sich nach dem Rhein gewendet haben, auf diese Art hätte der Feind 36.000 und 10.000 Mann, folglich 46.000 Mann, für den ersten Augenblick Österreich in Italien entgegenzustellen. Diese müssen ebenfalls die südlich des Brenners gelegene Strecke Tirols besorgen; bis jetzt stehen in diesem Lande bloß 2300 Mann bayrische Truppen. In Kroatien steht GM. Stoichevich mit 8000 Mann 1), bestimmt gegen Dalmatien offensiv zu gehen. Die übrigen Streitkräfte sind Vorbehalten zur Führung der Operation. Auf zwei Arten lassen sich dieselben führen, entweder durch Italien oder durch Tirol, erstere von Krain oder von Kärnten aus. Wird sie aus Krain begonnen, so müssen die Eingänge von Tirol und Kärnten beobachtet und verteidigt und über den Isonzo aut der Hauptstraße durch die Ebene Friauls vorgegangen werden. Gleich bei dem ersten Schritte stößt man auf die Festung Palma, mehrere Defensivlinien bieten sich dem Feinde, um Schritt vor Schritt das Land zu verteidigen; gewagt bleibt immer so eine Unternehmung, wenn nicht Tirol zugleich besetzt wird; soll dieses letztere geschehen, so werden die Kräfte getrennt, allenthalben zu schwach, läuft man Gefahr, geschlagen zu werden und sollte in der Folge eines Unfalles der Feind die Pässe Kärntens bezwingen, jede Verbindung mit dem Hauptheere zu verJ) .Diese Truppenzahl, so beträchtlich als sie scheint, war doch größtenteils nur dort zu brauchen; die 2 Feldbataillone der Liccaner, höchstens 2000 Mann waren die einzigen Linientruppen, die 3. Bataillone der 4 Regimenter mußte man zu Hause so lange wie möglich lassen und nur in der Nähe ihres Herdes verwenden, endlich die 2 Garnisonsbataillone machten den Dienst in Triest, Fiume und dem Litorale; folglich war jenes, was dem GM. Stoichevich angewiesen wurde, gewiß das wenigste, was man ihm geben konnte.