Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
I. Kapitel (Vorgeschichte des Krieges)
35 lieren; überall kommt dann der Feind vor und die Folgen einer solchen Operation können unübersehbar werden. Eine Offensive aus Kärnten, durch die Pässe Friauls, obgleich in Rücksicht der natürlichen Hindernisse, die zu besiegen sind, weit schwieriger, ist doch ersterer vorzuziehen, weil man dadurch seine Verbindung nicht preisgibt, nahe an Tirol ist und jede feindliche Vorrückung gegen Isonzo und Krain lähmt. Eine Operation durch Tirol nähme dem Feind seine wichtigste transversale Verbindung aus Italien nach Deutschland, die Verfolgung des Laufes der Etsch bringt den Angreifenden in die Ebene Italiens bei Verona; Meister der Ufer dieses Flusses, wird es dem Gegner schwer, den Übergang zu hindern. 14 Tage können das Heer Österreichs von Kärnten in die Ebene Peschieras bringen. Alle Defensivlinien des Feindes bis an den Gardasee und Mincio werden umgangen, seine Streitkräfte dadurch vermindert, daß er gezwungen wird, in Osoppo, Palma, Venedig Besatzungen zurückzulassen, dadurch ist er ganz außer stand in der ersten Zeit hartnäckigen Widerstand zu leisten; diese ist daher mit der größten Tätigkeit zu benützen, um solche Resultate dann bewirkt zu haben, wenn die neuen Truppen aus dem Innern anlangen werden. Diese Operation aber kann ausgeführt werden, wenn sie mit Schnelligkeit ges chehen kann, weil j ede r 1 ange Aufenthalt in Tirol Verlegenheit in Rücksicht der Verpflegung brächte und dem Feind Zeit ließe, etwas gegen die Pässe Kärntens und die Kommunikation zu unternehmen.” Dieser Aufsatz sagt weiter, daß bei Präwald und an den Pässen Kärntens Linientruppen und Landwehren aufzustellen sind *). Diese müssen während der Operation durch Tirol nach Italien vorbrechen und, so wie der Feind sich zurückzieht, J) Für Präwald waren angetragen 5 Bataillone, 8 Eskadronen und die Landwehren von Krain (wovon 6 Bataillone noch nicht zu brauchen waren, weil sie weder gekleidet noch geübt waren, aus Fahrlässigkeit der Stände Krains und der Kreisämter !), für Obcina die Triester, die Görzer an den Isonzo als Kordon. Zusammen : 6804 Mann reguläre Truppen (wenn sie komplett gewesen wären) und 14.008 Landwehren. FML. Knesevich sollte diese kommandieren, an den Pässen Kärntens waren einige Linienbataillone und die Landwehren dieses Landes angetragen, ungefähr bei 4000 Mann.