Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

133 wo sie sich auf ersterer wendet und wo eine Kapelle zum Andenken dieses Ereignisses errichtet ist, ganz übersehen werden. Am rechten Ufer der Mur senken sich die Ge­birge bis an den Fluß, nur ein schlechter Weg führt von Kraubath über St. Stephan längs derselben. Rückwärts St. Michael schließt das Tal eine felsigte, mit Wald be­wachsene Höhe, die die Straße an die Mur drängt und so bis vor Leoben anhält, wo sie über dieselbe setzt. Diese Anhöhe zieht sich liesingaufwärts bei einer Stunde bis Traboch; wo sie abfällt und durch einen niederen Zusammenhang sich mit dem Hohen Reiting vereinigt. Die Salzstraße, welche von Rottenmann über Mautern führt, trennt sich bei Tra­boch ; die bessere führt nach Michael in die Judenburger Poststraße, die schlechtere aber kürzere über den niederen Zusammenhang nach Trofaiach in die Eisenerzer Straße und auf dieser nach Leoben. Als Ettingshausen mit Ser as zusammentraf, konnte Jellacic noch über Traboch nach Leoben gehen oder wenigstens sein Gepäck dort senden, dadurch dem Gefecht ausweichen und schneller Leoben erreichen; allein Jellacic, als Ettingshausen ins Gefecht kam, rückte nach und besetzte die Platte vorwärts Michael, führte sein Geschütz auf und sandte auf seinen rechten Flügel i Bataillon auf die waldigen sanften Abhänge, statt schnell weiter zu ziehen und die Arriéregarde hinter Michael, auf der felsigten Höhe und in die Enge zu stellen, wo dann er gewiß geborgen gewesen, höchstens einige Wagen ver­loren hätte, ii Uhr mittags stand es so: der Feind suchte nun bloß durch Plänkler den Gegner auf seiner Front zu beschäftigen. Nachmittags langte der Vizekönig in Kaisers­berg an ; eine feindliche Kolonne zog sich, gedeckt durch die Waldungen oberhalb Kaisersberg, um den rechten Flügel zu umgehen, während als eine geschlossene Kolonne auf der Heerstraße anrückte, Reiterei voraus. Bald wurden die Kaiserlichen durch die Übermacht aus dem Walde ge­worfen und auf der Straße drang der Feind in die Mitte ein; um 5 Uhr abends geschah der Angriff, nichts nützte der Mut der Truppen. Dies schöne Korps, auf welches der Erzherzog gerechnet und sicher unversehrt ihn erreicht hätte, wenn Jellacic gleich weiter gerückt und nicht

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