Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
134 acht Stunden verloren hätte, wurde ganz versprengt; als es Nacht wurde, endigte das Gefecht. Geschütz, Gepäck gingen in Feindes Gewalt; der Verlust war an Toten: Offiziere 5, Gemeine 421, Pferde 7; Blessierte: Offiziere 23, Gemeine 1114, Pferde 11; Gefangene: Offiziere 72, Gemeine 4891, Pferde —; Vermißte: 50 Gemeine. Zusammen 100 Offiziere, 6476 Gemeine, 18 Pferde. Jellacic erreichte mit dem Überrest, keine 3000 Mann, noch Leoben und zog bis Bruck. Am 26. über Graz, wo sich noch mehrere Versprengte und Nachzügler sammelten. Nun folgte der Feind und erreichte Bruck an diesem Tage. Lauriston kam dem Vizekönig über Mürzzuschlag nach Kindberg entgegen, 2000 Mann stark. In Marburg rückte ebenfalls der Feind ein, 2000 bis 3000 Mann. Der Erzherzog wollte nur so lange stehen bleiben, als nicht eine überlegene feindliche Kraft ihn zum Rückzug'e zwänge, dann aber nach Körmend zurückgehen, um sich an die ungarische Insurrektion anzuschließen; in dieser Absicht schrieb er dem Palatin, der bereits unter dem GM. An- drássy 2 Insurgenten-Husarenregimenter nach Körmend hatte rücken lassen. Die Vorposten blieben ruhig stehen, in Birkfeld stand Major Stransky mit 1 Bataillon Brücker Landwehr. Am 27. brachte ein Kurier die Nachricht des Sieges bei Aspern. Diese bestärkte den Erzherzog in seinem Entschlüsse, da es zu vermuten war, in den nächsten Tagen die Folgen dieses glänzenden Sieges zu erfahren und alles sich schmeichelte, daß um diese Stunde Wien befreit, die Hauptarmee im Vorrücken begriffen sei. Schon damals äußerte sich der Erzherzog, er sei überzeugt, man werde den Sieg nicht benützen und derselbe werde wenig Vorteile bringen: er irrte sich nicht. Am 28. hielt der Feind noch Bruck, in Frohnleiten standen seine Vorposten. Der Erzherzog hielt Semriach und Peggau besetzt. Oberstleutnant Göldlin stand an der Badlmauer, rückte vor, vertrieb den Feind von Frohnleiten und drang bis Pernegg vor. In diesem Gefechte war der Verlust 1 Toter, 18 Blessierte, 5 Vermißte. Oberstleutnant Trauttenberg und Oberst Attems blieben stehen. Der Feind zeigte sich in Preding und bei Ehrenhausen. Der