Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
Lefebvre waren1). Am 13.fiel das Gefecht bei Wörgl vor. Der Feind, weit überlegen, warf und versprengte die Kaiserlichen, bis Rattenberg rückte er vor. Die Reste der Linientruppen und der Jäger zogen über das Gebirge nach dem Brixentale und durch das Pinzgau zum FML. Jellacic. An der Volderbrücke sammelte der Feldmarschalleutnant seine Truppen und hielt den Feind auf. Am 14. blieb er daselbst stehen, zog Truppen aus dem Oberlande und dem Brenner an sich. Schmidt stand bei Brixen und hielt die Zugänge nach Italien, in Südtirol blieb Oberstleutnant Leiningen, da Marchal herauf Brixen zu zog. Am 15. versuchte der Feldmarschalleutnant Schwaz zu nehmen, allein nach einem hartnäckigen Gefechte zog er sich in seine alte Stellung zurück. Schwaz und die schönsten Orte längs dem Inn wurden von den Bayern verbrannt; an diesem Tage erhielt Chasteier die Befehle des Erzherzogs aus San Daniele. Am 16. stand General Schmidt auf dem Brenner, General Marchal zu Sc'nabbs, Leiningen hielt den Kuntersweg, die Volderbrücke wurde verlassen und bloß der Berg lsei bei Innsbruck besetzt; Buol stand zu Steinach. FML. Cha- stel er hatte von dem Erzherzog seinen weiteren Rückzug erfahren, und daß er sich selbst überlassen bleibe, daß FML. Jellacic bereits zum Abrücken sich bereite. So stand alles den 17. in Tirol. Am 19. rückte der Erzherzog nach Völkermarkt. Von hier schrieb er an Jellacic, der Feind sei in Klagenfurt und Zell, er zeigte ihm also die Straßen, die er einschlagen könne, um sich mit ihm zu vereinigen; er solle seinen Marsch beschleunigen. Ebenso ergingen nach Graz die Aufträge, die Zitadelle vollkommen in stand zu setzen, die Vorräte, die überflüssig waren, wegzuschaffen. An der nördlichen Grenze Steiermarks zeigte sich allenthalben der Feind, Mariazell und das Gußhaus waren am 18. von ihm besetzt. Oberst Trauttenberg mit österreichischer Landwehr stand am Semmering und an dem Pfaffen, Oberst *) *) Der Erzherzog wußte, daß es 15.000 bis 18.000 Manu waren ; er hatte es ihm geschrieben. Bei Rattenberg hätte man mit mehr Vorteil streiten können, doch da mögen wohl zum Teil die Bewohner schuld gewesen sein, die einen Angriff verlangten.