Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni
129 Attems auf dem Wechselberg und beobachtete Aspang. Schottwien hatte der Feind und rückte an den Semmering. Gegen Ungarn wandten sich ebenfalls feindliche Abteilungen ; schon am 17. waren sie vor Preßburg erschienen, am 18. besetzten 1200 Mann Parndorf. Dieses bewog den Palatin, bei Raab sich zusammenzuziehen, die Brücken über die Raab abzuwerfen und die Überschwemmung zu spannen. Der Marsch von Völkermarkt bis Graz geschah mit voller Ruhe. Am 20. erreichten die Truppen Lavamünd, am 21. Mahren- berg, 22. Eibiswald, 23. Preding, 24. Graz. Der Feind stand am 19. in Villach, nur eine schwache Abteilung war dem FML. Gyulai durch das Sautal gefolgt; der Vizekönig sammelte die Seinigen bei Klagenfurt, ließ den Erzherzog beobachten und wandte sich dann Judenburg zu, um auf dem nächsten Wege zur Hauptarmee Napoleons bei Wien zu stoßen. FML. Gyulai rückte den 18. in Krainburg, den 19. zu Ottók bei Stein, am 20. zu Franz ein, den 22. in Feistritz und am 23. zu Pettau. Major Weigl war ihm gefolgt und stand am 23. zu Marburg. Um sich zu reorganisieren, wurde dem FML. Gyulai Radkersburg bestimmt. Von Graz erließ der Erzherzog den Befehl an den Banus, damit er die 2 Dragonerregimenter zu ihm abrücken lasse, und daß bei Szerdahely, an der Mur, eine Brücke geschlagen werde. Am 24. erstattete der Erzherzog seinen Bericht an Seine Majestät und den Generalissimus ab. Dieser war folgenden Inhalts: In Klagenfurt habe der Erzherzog den Befehl erhalten, an Innerösterreich nicht zu denken, sondern nach Salzburg zu rücken, um sich dann an der Donau mit Kolowrat zu vereinigen; er möchte selbst urteilen, ob dieses möglich gewesen wäre, ohne vorläufige Anstalten, ohne für den Unterhalt gesorgt zu haben, und den Feind von allen Seiten; dieser sei 35.000 bis 40.000 Mann stark, es würde dann Ungarn und Kroatien offen geblieben und die Kommunikation nicht gedeckt gewesen sein; der Feind folge ihm nach. Lefebvre habe bei Salzburg 15.000 Mann, davon 10.000 Mann bei Innsbruck. Fontanelli sei in Welschtirol bis gegen Bozen, Rusca mit 2000 bis 3000 gegen Cadore. Der Feind habe sich nach Kärnten gezogen; die Sperrpunkte hindern ihn, nicht viel Geschütz und Reiterei Erzherzog Johanns Feldzugserzählung. 9