Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

122 punkt zu Malborghet gebracht. Am 15. und 16. ruhten die Truppen bei Arnoldstein aus. Während dieser Zeit sammelte sich der Feind und schritt zum Angriff der Eingänge Kärntens; er hatte sich in zwei Teile getrennt. Der Vize­könig mit vier Divisionen folgte dem Erzherzog nach, Mac­donald mit zwei Divisionen rückte gegen den Isonzo an (Divisionen Lamarque, Broussier); ersteren seine Avantgarde befehligte General Seras. Am 14. abends waren die Be­satzungen in den Sperrpunkten eingetroffen. Schon am 14. hatte der Feind von Dogna aus über das Gebirge nach Wolfsbach eine Kolonne in Bewegung g'esetzt. Diese kam erst abends in jenes Tal, der Vortrab derselben, ein Bataillon, ermüdet, lagerte sich unweit dieses Ortes. FML. Gyulai, als er abends von Malborghet zurückritt, bemerkte die Lagerfeuer hinter dem Seiserabach bei Wolfsbach. Sogleich ließ er zwei Bataillone unter dem Major Ghequier und eine Eskadron Ott, dann Hauptmann Mamula und Holje- wacz mit den Ogulinern vorrücken, überfiel den Feind, sprengte ihn (1 Major, 7 Offiziere, 166 Gemeine gefangen, 23 blessiert, ein paar hundert Gewehre). Dadurch erfuhr er, daß es die Avantgarde der oben erwähnten Kolonne sei, welche von Dogna über Costa di Valle oder Rudinach (?) heraufrückte. Am 15. rückte der Feldmarschalleutnant in die Stellung bei Tarvis1). Seine Truppen bestanden aus 9 Bataillonen Linien, 2 Bataillonen Landwehren, dann 1 Bataillon, welches auf dem Predil stand. (Strassoldo 2, Reisky 3, Franz Jellacic 3, Szluiner 1, Marburg 2, Ott 2 Eskadronen.) Der Feind be­nützte diesen Tag, um die Höhen zu gewinnen und sich zu nähern; über den Montasio, von Raccolano aus, rückte eine Kolonne nach Raibl. Seras besetzte Flitsch und gelangte nach Breth. Malborghet besetzte der Feind und vorzüglich den Luschariberg, über welchen er die Verbindung mit Raibl hielt; auf die Uggowitzer Alpe zog sich ebenfalls eine Ab­teilung hinauf. FML. Gyulai verlangte Verstärkung und hatte bereits den größten Teil der Truppen des FML. Fri- mont vor beordert, als der Erzherzog es verbot, die Truppen ') Die angefangenen Verschanzungen waren nicht zur Hälfte ge­macht, Witterung, Mangel an Arbeitern und weil man zu spät angefangen hatte, waren die Ursache davon.

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