Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

12.3 zurückzukehren und den Feldmarschalleutnant sich bloß aui die Stellung bei Tarvis beschränken hieß, ihn aber vor­züglich auf die Gebirgslehne auf seinem linken Flügel, ober­halb Flitsch, aufmerksam machte und befahl, alle vorge­schobenen Posten einzuziehen. Am 16. hatte der Feind alle Gebirge des Raibler Baches besetzt, sich bis an den Ort Tarvis genähert. Allein noch an diesem Tage unternahm er nichts; die von Raibl Herabrückenden besetzten den Ort Flitsch und trachteten die Gebirge am linken Flügel der Stellung zu ersteigen. Der Erzherzog, benachrichtigt von den Anstalten, die der Feind machte, befahl dem FML. Jellacic sich zum Aufbruche bereit zu halten. FML. Fr i- mont ließ Truppen gegen Tarvis vorrücken, allein die Straße war vom Feinde besetzt, der bis Goggau vordrang; nun blieb keine Verbindung mehr mit der Stellung als über die Wurzen. Es war an diesem Tage, als Jellacic das un­glückliche Gefecht in Tirol bei Wörgl meldete, welches man später von Tirol selbst erfuhr. Abends versuchte der Feind einen Angriff auf die Stellung, er wurde aber abgewiesen. Am 17. zog sich der Feind auf den linken Flügel gegen die die Stellung übersehenden Gebirge1). Er wollte dieselbe umgehen und die Straße nach Weißenfels gewinnen. Mehrere Angriffe wurden abgewiesen, bis endlich abends der Feind mit frischen Timppen zugleich in der Front durch das Tal, zwischen Flitschl und Tarvis, vorrückte, in die Stellung einbrach und dieselbe bezwang. Bis in die Nacht wurde ge­stritten. FML. Gyulai zog sich über Weißenfels nach Kronau, wo er die Seinigen sammelte, um dann durch das Sautal weiter zu rücken* 2). An ebendiesem Tage erhielt der Erzherzog die Nachricht, Wien sei den 15. gefallen3). Die Insurrektion sammelte sich an der Raab, bis jetzt nur J) Es war General Fontanelli mit seiner Division. 2) Verlust bei Tarvis war: Tot 6 Offiziere, 211 Gemeine, 3 Pferde; blessiert io Offiziere, 261 Gemeine; gefangen 28 Offiziere, 1273 Gemeine, 27 Pferde; vermißt 170 Gemeine. Zusammen 44 Offiziere, 1915 Gemeine und 30 Pferde. 3) Durch einen Grazer Bürger, der von Wien kam; erst den 18. erhielt es der Erzherzog von Sr. Majestät und dem Generalissimus mit allen Umständen; aus diesem Schreiben ist zu ersehen, daß Wien bis 15. hielt, der Generalissimus bei KLorneuburg über die Donau ging.

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