Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

IOO wieder offensive vorgehen zu können. Diese Länder müsse man behaupten, weil alle rückwärtigen, die meistens flach sind, weniger Vorteil darbieten. Jellacic müsse die nördliche Grenze decken, ich habe den Banus FML. Gyulai für Krain und Kroatien bestimmt, in Dalmatien würde die Offensive fortgesetzt werden. Chasteler bliebe in Tirol. Die Pässe von Kärnten würde ich behaupten und mich mit einer beweglichen Reserve dahin verfügen, wo es die Umstände erheischen würden. Den Feind würde ich auf diese Art auf mich ziehen und der Insurrektion Zeit ver­schaffen, sich zu sammeln. Für die Subsistenz waren von den rückliegenden Erblanden Anstalten zu treffen. Nun wurden alle Anstalten zum Rückzuge gemacht. Des Erzherzogs Absicht, mit dem Kern seiner Völker nach Tirol zu rücken und den Banus nach Krain und Kärnten zu senden (welchen Plan er auch dem nach Tirol zurück­kehrenden Major Veyder mitteilte), wurde dadurch ver­eitelt, daß für die Subsistenz keine Anstalten gemacht waren und auf gestellte Frage der Möglichkeit, dieselbe verneint wurde, und daß man damals den Feind in Trient dachte. Er beschloß also eine Verstärkung hineinzusenden. FML. Zach erhielt den Befehl, die Blockade von Palma fortzusetzen, da man ihn schon zu rechter Zeit benachrichtigen würde, wenn dieselbe aufgehoben werden müßte. Die Landwehren wurden nach Hause beordert, um dort ihren Herd zu verteidigen, FZM. K e r p e n erhielt die notwendigen Aufträge, in Rück­sicht der für die Subsistenz, Spitäler, Dotierung der Sperr­punkte und die Landesverteidigung zu treffenden Anstalten. FML. Jellacic wurde in die Kenntnis des Ganzen gesetzt und auf die Verteidigung der Pässe Salzburgs und der oberen Steiermark angewiesen. Stoichevich erhielt bestimmte Befehle, die Offensive kräftig zu führen und nicht mehr dieselbe aufzuschieben. Ihn sollte die Marine unterstützen; lange hatte dieser General gezögert. Vom i. bis 23. April waren seine Truppen in Kantonierungen gestanden, der hohe Schnee hatte die Operationen gehin­dert. Am 24. erhielt er die Nachricht, der Feind wolle ihn angreifen, er bestimmte daher den 26., um an drei Punkten anzugreifen. Obgleich der Feind weit überlegen war, wurde

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