Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

IOI am 26., 27., 28., 29. und 30. gekämpft und der Feind an allen Punkten längs dem Zermanjafluß geworfen und fester Fuß jenseits gefaßt. Beträchtlich war der Verlust des Feindes an Toten und Gefangenen; zugleich aber geschah der Einfall der Türken bei Czetin, die sich dieses Ortes und der durch den letzten Frieden erworbenen Grenze an derUnac bemeisterten. Am 30. abends erging an alle Generale der Befehl und die Disposition zum Rückzuge 1). Am 1. Mai brach das Heer um 4 Uhr auf, der rechte Flügel zog von den Höhen von Bastia durch Val Vanga- nella und Sorio nach Montebello, die Mitte auf der Haupt­straße von Villanova und der linke von Arcole; das Lager wurde zu Montecchio maggiore und Brendola bezogen. Die Avantgarde (sie bestand aus Allvintzy 2 Bataillonen, 1. Banal 1 Bataillon, Josef-Husaren 8, und Frimont-Husaren 5 Eskadronen) blieb an dem Alpone stehen und besetzte Soave, Bonifacio, GM. Splényi Lonigo. Um 6 Uhr abends rückte der Feind heran, eine Kolonne bei 4000 Mann stark zog sich über die Höhen von Montecchio und besetzte Monteforte. Frimont zog nun nach Montebello, wo er um 4 Uhr nachmittags anlangte, Pontenuovo, die Höhe von Sorio und von Selva bis Agugliana überall mit einem Bataillon besetzte. GM. Splényi stand in Meledo. Die Brücken über den Torrente wurden abgebrochen, der Feind rückte bis Pontenuovo vor. Die Arriéregarde blieb in le Assi, Splényi in Meledo, Montorso wurde besetzt. An — diesem Tage sammelte Oberstleutnant Hirsch seine Truppen in Montagnana, um dann über Este nach Padua zurückzu­gehen; Hauptmann Zuccari verließ den Monte Curto und zog über das Gebirge nach Malö, Graf Lodron nach Tirol. In Tirol stand Oberstleutnant Leiningen bei Serra- valle. GM. Mar dial war in Trient und zog FML. Cha- s tel er nach. 8000 Feinde standen im Etschtale. Am 2. rückte die Armee von Montecchio durch Vicenza in ein Lager vor Cittadella. hinter die Brenta. GM. Schmidt ') Dem Heer wurde die Ursache dieser rückgängigen Bewegung eröffnet, man hatte sich zum Grundsätze gemacht, unverhohlen demselben die Ereignisse mitzuteilen, überzeugt, daß man dadurch weit eher das Vertrauen gewinne, als durch eine unrichtige Darstellung.

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