Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)
III. Kapitel. Von dem Tage bei Pordenone bis zu dem Rückzuge von der Etsch, vom 15. April bis zum 1. Mai
86 Jene Gebirgskette, welche Tirol von Italien trennt, ein Zweig des hohen Hauptgebirgszuges, trennt die Wasser der Piave und Brenta von jenen der Eisack und Etsch. Sie bildet den hohen Kessel der sieben Gemeinden. Die Berge von Lavarone und Folgaria, dem Campo Grosso und Campo Brun, letzterer hoch und felsig, dann die Podestaria, welche dann steil gegen die Etsch abfällt und diesen Fluß von dem Gardasee trennt. Von dem Campo Brun bis an die Etsch ist, wenn man die Höhe des Gebirges verfolgt, eine Strecke von wenig Stunden in kurzen Abfällen Tirol zu umschließen ; die davon sich lösenden Zweige, die Val Fredda, Bona, Ronchi, Arsa, in längeren, sich immer mehr ausbreitenden; gegen Italien, zuerst vom Campo Grosso jener, welcher das Tal des Chiampo von jenen des Progno von Illasi trennt und sich am Monte Bolca trennt und zwischen diesen ersteren, die kleineren Täler von Vanganella und Tramegna einschließt; dann von Campo Brun, jener, welcher das Tal von Illasi von jenem von Squaranto trennt und am Monte Velo in zwei Zweige zerfällt, die das kleine Tal des Progno einschließen. Endlich die Podestaria, eine schöne, breite flache Alpe; von dieser ziehen alle Zweige, welche das Tal von Squaranto von der Val Pantena und ihren Zweigen und diese von der Etsch trennen. Alle diese Gebirgszweige sind auf ihrer Höhe sanft und bewohnt, allenthalben gangbar; steil fallen sie meist gegen die Täler ab, die gewöhnlich schmal, doch flach sind; längs dem Kamme dieser Zweige und längs den Tälern führen allenthalben Wege, viele sind zu befahren, keine Hindernisse trifft man da an, aber nicht so leicht ist es, aus den Tälern über diese Rücken wechselseitig zu gelangen. Auf schlechte Wege und in geringer Zahl ist man beschränkt. Diese Zweige fallen alle gegen die Etsch ab und verlieren sich zuletzt in unbedeutenden Höhen. Alle Wässer nimmt dieser Fluß auf. So wie er aus Tirol tritt, hat er bis Ponton eine südliche Richtung; in einem durch steile Gebirge geschlossenen, schmalen Tale unterhalb Ponton tritt er in die Ebene und wendet sich bei Bussolengo östlich, bei Parona südöstlich und behält diese Richtung bis Ronco. (Von Ponton bis Parona wird dieses Tal mit seinen Nebenzweigen die Val Polesella genannt.) Daher fallen alle aus den Gebirgen