Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 81 7 Infanteriebataillons, 2 Kavallerieregimentern, das ganze Volontärkorps zu Pferd und Scharfschützenkorps zu Fuß und dadurch das Kommando in der Kleinen Walachei anzuvertrauen, so werden Herr General sich ehestens an ihre Bestimmung zu verfügen bedacht sein.“ Dadurch befinde ich mich noch immer allhier in Craiova als mein voriges Jahr eroberten Posten, dessen Namen mir der Monarch als ein ewiges Andenkenszeichen in meinem Baronatsdiplom zum Prädikat beisetzen ließ. Nicht wahr, liebster Bruder, immer lächerlich den Titel ohne Mittel zu führen. Ich habe durch den Säbel ersteren erworben, meine Söhne sollen bedacht sein, diesen Titel aufzuputzen und bemittelt zu werden. Ich hoffe, sie werden dieser Würde nicht Unehre machen, denn beide, obwohlen sie sehr propre im Anzug, scheinen doch weit zusammenhaltender zu sein als mein verstorbener Tonerl. Ich habe unser adeliges Wappen ganz unverrückt beibehalten, nur ober dem Löwen zur Rechten habe ich einen ganz armierten Türken und zur Linken einen ebenfalls ganz bewaffneten Tumultuantenchef bis zum Unterleib auf beide Enden der Krone setzen lassen. Ich hoffe, Prinz Ko bürg wird mir den Weg zu einem Regiment in Wien gebahnt haben, doch dürfte es so bald noch nicht zu hoffen sein. Alsdann „non plus ultra” und mit diesem kann ein armer Bursch, wie ich war, ruhig und in Ehren ins Grab steigen. Gottlob, ich fange an, mich von meiner Entkräftung zu erholen. Inzwischen lassen mir die außerordentlichen Geschäfte, so mir die Strecke des Kordons auf 30 Meilen Weg verursachen, wenig Zeit zum Kranksein übrig, außer welchen mir auch die Durchreise der Gesandten zum Kongreß Zeitvertreib macht. Erst gestern hielt der holländische Baron Hächter hier Rasttag und brachte beide Tage bei mir zu, wo ich selben außer der guten Bewirtung mit einer prächtigen musikalischen Akademie von der Károlyischen Regimentsbanda bedient. Er war ganz außerordentlich über meine gute Aufnahme zufrieden, weilen ihm die üble Witterung und Straßen die Reise von Wien ziemlich unangenehm gemacht hatten. Dieses nämliche Glück hatte ich vor 14 Tagen mit dem preußischen Gesandten Marquis Lucchesini, welcher zu Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. YI. Bd. 6