Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

328 C z e i k e. sich in der Dunkelheit gegenseitig beschossen und bald in vollständiger Auflösung zurückfluteten]). Gleichzeitig mit diesem Angriff hatten die Aufständischen einen Brander und eine große im Vorderteil brennende Plätte den Kanal hinabtreiben lassen, um die Brücke in Brand zu stecken. Die oberhalb der Brücke mit einer Weid­zille als Avisoposten aufgestellten Pioniere, Korporal Kunz und Oberpionier Hoßner, retteten jedoch mit Lebensgefahr die Brücke vor der Zerstörung, indem sie den brennenden Schiffen entgegen fuhren, sie an das linke Ufer brachten imd dort befestigten. Bei einer dritten großen Plätte, welche von den Genannten ebenfalls aufgefangen wurde, riß jedoch das Seil, so daß sie sich quer vor die Brücke legte; sie konnte aber von der Pionierkompagnie bald wieder, ohne Schaden angerichtet zu haben, beseitigt werden2). Um 6 Uhr abends dieses Tages erging vom Armee­oberkommando aus Hetzendorf an das I. Armeekorpskommando der Befehl, nach Fertigstellung der beim Lusthaus ge­schlagenen Brücke, im Prater wo möglich bis gegen den Ausgang der Jägerzeile sowie gegen die Sophienkettenbrücke vorzudringen, während gleichzeitig die Generale B, a mb erg undWyss verständigt wurden, diese Unternehmung tunlichst zu fördern8). Vom I. Korpskommando wurde daher die Brigade Gramont noch am 25. nachts beauftragt, mit 4 Bataillonen Infanterie, der Majordivision von Hardegg-Kürassieren (seit 1867 Dra­’) Geschichte des Infanterieregiments Nr. 58, 176. Bem, welchem bei dieser Gelegenheit ein Pferd unter dem Leibe erschossen wurde, machte alle Anstrengungen, die Flüchtenden zum Stehen zu bringen und wollte dem Nationalgardehauptmann Furcht den Kopf spalten, weil dessen Kompagnie zuerst zurückgewichen war. (Dunder, 682.) 2) Korporal Kunz erhielt für sein mutvolles Verhalten die gol­dene, Oberpionier Hoßner die silberne Tapferkeitsmedaille. Ersterer außerdem noch 50 Gulden C. M., den zehnten Teil einer Geldsumme, welche ein in Wien ansässiger Engländer dem Banus für die zehn tapfersten Soldaten seines Armeekorps zur Verfügung gestellt hatte. (Geschichte des Pionierregiments, II, 69; K. A., F. A. 1848, Korps Jellacic, X, 179, ad 179.) s) K. A., F. A. 1848, Korps Jellacic, X, ad 184.

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