Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

Cernierung und Erstürmung Wiens 1848. 329 gonerregiment Nr. 7), 200 Serezanern und einer sechspfün- digen Fußbatterie, am 26. um 3 Uhr morgens aus ihren Dislokationsorten abzurücken, den Donaukanal zu überschreiten, durch den Prater gegen die Leopoldstadt vorzudringen, die Sophienkettenbrücke, den Nordbahnhof und die Eingänge der Jägerzeile zu besetzen und die Verbindung mit den Truppen'am Tabor und in der Brigittenau herzustellen1). Die Brigade Gramont2) brach am 26. Oktober tim 5 Uhr morgens aus ihren Dislokationen Mitter-Lanzendorf und Kon­kurrenz auf und rückte über das Neugebäude, Simmering und den Donaukanal in den Prater. Dort stellte sich, bei der Unzulänglichkeit der Truppen und der großen Ausdehnung der gegebenen Angriffslinie, alsbald die Notwendigkeit heraus, vorerst am äußersten linken Flügel festen Fuß zu fassen und sich vor allem der Sophienbrücke, sowie der nächstgelegenen Häuser zu bemächtigen. Diese Brücke war auf beiden Ufern mit starken Barrikaden versehen und wurde von Mobilen vom Korps Wutschel, Brünner und Landstraßner National­garden verteidigt, welchen auch einige Geschütze zur Ver­fügung standen3). Die Forcierung der Sophienbrücke war umso schwieriger, als auch die Häuser nächst derselben in allen Bäumen von den Insurgenten stark besetzt waren, welche den Angreifer in ein Kreuzfeuer nehmen konnten. Zum Angriff gegen die Sophienbrücke rückte das 4. Ba­taillon Szluiner mit dichter Plänklerkette, gedeckt durch *) *) K. A., F. A. 1848, Korpa Jellacic, X, 184. 2) Diese Brigade bestand aus folgenden Truppen: 1. Banal-Grenzinfanterieregiment Nr. 10, 3. Bataillon (1. Ok­tober 1873 aufgelöst, jetzt Infanterieregiment Nr. 79); 2. Banal-Grenzinfanterieregiment Nr. 11, 3. Bataillon (1. Ok­tober 1873 aufgelöst, jetzt Infanterieregiment Nr. 16); Szluiner Grenzinfanterieregiment Nr. 4, 4. Landbataillon (1. Ok­tober 1873 aufgelöst, jetzt Infanterieregiment Nr. 79); Infanterieregiment Graf Ceccopieri Nr. 23, 1. Bataillon; Hardegg-Kürassiere, 2 Eskadronen; Seohspfündige Fußbatterie Nr. 5. Am Nachmittag des 26. wurde diese Brigade noch durch das 2. Feldbataillon des Gradiskaner Grenzinfanterieregiments Nr. 8 (1873 aufgelöst, jetzt Infanterieregiment Nr. 78) und die seohspfündige Fuß­batterie Nr. 8 verstärkt. 3) Helfert, I, 223; Dunder, 69.

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