Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - V. Abschnitt. Letzte Lebensjahre

302 Just, Pest, 15. September 1803. Ich bin nun vom Fieber frei und bloß stark entkräftet, werde aber doch vielleicht bis 12. Oktober die Reise nach Topolya antreten können, wo ich mich aber nicht lange auf­halten und anhero zurück in mein Winterquartier wieder eilen werde. Küsse Deine liebe Tochter statt meiner und melde meine Empfehlung an alle Freunde und Bekannten, wonach ich Dich embrassiere und bleibe, liebster Bruder, Dein aufrich­tiger Bruder paul Krayj pZM. * * * Das Befinden des Feldzeugmeisters hatte sich seit seinem Aufenthalt in Pest immer mehr verschlechtert. Am 19. Jänner 1804 setzte ein Nervenfieber seinem Leben ein Ende1). Er wurde in der Gruft der Innerstädter Pfarrkirche zu Budapest zur letzten Ruhe bestattet, ein Denkmal aus weißem Marmor aber erinnert an den tapferen Helden, der in Wahrheit das war, was die lateinische Inschrift besagt: „Der Starke, der Weise, der Glückliche, In des Glückes Wechsel Hochgemute, Der alten vaterländischen Tugend Erneuerer, Der Seinigen Freude und Schmuck, Ungarns Zierde.” *) Mit dem Tode des Feldzeugmeisters verschwindet vorüber­gehend der Name Kray aus der Armee. Als aber gelegentlich der Ent­hüllung des Maria Theresien-Denkmales zu Wien Se. Majestät Kaiser Franz Josef I. einer Reihe von Regimentern Namen auf immer­währende Zeiten verlieh, „um das Andenken der hervorragendsten Heer­führer und Kriegsmänner des Vaterlandes in der Armee wach zu er­halten und zu ehren”, war es das Infanterieregiment Ritter von Graef Nr. 67, welches den Namen Kray führen sollte. (P. V. Bl. Nr. 20 vom 13. Mai 1888.) In rühmlicher Weise ehrte das Regiment die Manen seines Inhabers. Nachdem am Geburtshause des Feldzeugmeisters in Käsmark 1888 eine Marmorplatte zur Erinnerung augebracht worden, stiftete 1902 GM. Valerian Ritter von Mikulicz-Radecki, damals Oberst und Regimentskommandant, einen mit dem Bildnis des Feldzeug­meisters gezierten Regimentsring. Die Jahrhundertwende des Todestages wurde durch eine erhebende militärische Gedächtnisfeier in Eperjes be­gangen. _________

Next

/
Oldalképek
Tartalom