Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - V. Abschnitt. Letzte Lebensjahre

Briefe des FZM. Paul Freilierrn Kray de Krajova. 299 üben müsse, um zur Beobachtung ihres Gesindes eine gute Haus­hälterin und zugleich eine treue Mutter ihrer Kinder zu werden. Auf das Projekt, so sie Dir machte, Dich hier zu eta­blieren, sagte ich ihr’ verschiedenes, was sie selbst einsah und bemerkte ihr, daß es ewig schade wäre, eine so schöne Wirtschaft in Zipsen in fremde Hände zu lassen, ehe man sicher wisse, welcher Stand sie betreffen könne und es selbst für einen Soldaten sehr vorteilhaft sei, wenn er ein sicheres Refugium für sich in Reserve habe, um im Alter nicht darben zu dürfen. Dies hat viel Eindruck bei ihr gemacht und ich hoffe, sie wird bei Deinem hiesigen Eintreffen sich in allem na<*h Deinem Willen erlassen, denn sie hat ein sehr gutes Herz und viel Liebe für Dich und wird jetzt durch meine Aufmunterung ihre Bemühungen verdoppeln, um Dir wahre,. Freude zu machen. Mein Filius ist noch in Topolya zurückgeblieben, um die Malerei und den sonstigen Kehraus bis 15. dieses ganz zu beendigen. Dann kehrt er zu den Seinigen nach Preßburg zurück und wird erst im Frühjahr sich hier etablieren, um näher an Topolya zu sein, welches ihm jetzt gut gefällt. Gib auf meinen Namen der Wittib Kray 50 fl. und ebensoviel dem jungen Kray für seinen neugebornen Sohn, damit sie sich Wintervorräte anschaffen können. Ich embrassiere Dich etc. und bin unverändert Dein aufrichtiger Bruder „ , Paul Kray. Pest, den 18. Dezember 1802. Gestern sah ich wieder Deine Tochter und fand sie ganz beruhigt gegen ihre Hofmeisterin, welche selbe auch in allen Arbeiten sehr fleißig nachgerühmt hat. Mit der Musik geht es auch jetzt besser, weil ich ihrem Lehrer zu­redete, daß er ihr lauter heitere Stücke aufgeben wolle, um sie fertiger und taktfester zu machen. Mein Filius möchte alles, was er bei seinem Vater sieht, gern nachahmen; nur es zu erwerben, wollte ihm nie gefallen. Ich schrieb ihm eine ernsthafte Lektion mit Beisatz, daß er nur in Preßburg bei seiner Spiel- und Rekreationsgesellschaft noch über Winter bleiben möchte.

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