Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - V. Abschnitt. Letzte Lebensjahre

Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 285 gelegt, welches man mir nach Preßburg nachschickte und ich also noch nicht erhalten habe, noch dessen Inhalt weiß, weil diese Resolution ohne ein von mir eingesendetes Ge­such erfolgt ist und man vermutlich die unverschuldete Miß­handlung jetzt erkennt. Da ich inzwischen ein schönes und gutes Quartier in Preßburg von Georgi an gemietet, so bleibe dabei, meine Winterwohnung allda zu nehmen, wohin ich auch zu Ende April reisen will, um einige Möbels anzuschaffen, kehre aber bald zurück, um den Bau in Topolya zu beendigen. Über den Frieden und daß die Insurrektion. im Rück­marsch sei, ist jetzt alles still. Bald muß sich dies Rätsel aufklären. Ich embrassiere Dich etc. und bin Dein aufrichtiger Bruder Paul Kray. P. S. Morgen kehre ich zurück nach Baja. Baja, den 6. April 1801. Hauptmann Mazur ist schon aus der Gefangenschaft ranzioniertund beim Regiment eingerückt, welches Du seiner Mutter nebst meiner Empfehlung sagen kannst. In einigen Tagen gehe ich auf Topolya, um den Bau zu kontinuieren, von wo ich zu Ende dieses nach Preßburg reise, um mein neues Quartier zu übernehmen und einzurichten, damit ich den Winter da wohnen könnte. Der Franzei war in Wien beim Erzherzog Karl und hat wegen ein Avancement gebeten, da alle jüngeren Flügel­adjutanten vom Erzherzog zum Obristen vorgerückt sind. Er hat ihn sehr gnädig aufgenommen, sich viel um mich erkundigt und ihm gute Hoffnung gegeben, bei Sr. Majestät sich tätig annehmen zu wollen. Geht es nicht, so werde ich ihn, wenn er in Topolya zu wohnen und sich der Wirtschaft zu widmen Lust haben wird, quittieren lassen. Vielleicht gehe ich von Preßburg auf 14 Tage in das Pistyaner Bad, weil ich noch immer im Arm den schlechten Aderlaß spüre und doch einmal eine Stärkung meiner alten Knochen benötige. Nun soll auch der Reichsfriede schon richtig sein, wovon man den verläßlichen Ausgang noch nicht weiß. Gott gebe

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