Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - V. Abschnitt. Letzte Lebensjahre

Briefe des FZM. Paul Freihcrrn Kray de Krnjova. 283 verloren sein mag. Traurige Folgen von der Wiener Kabale, die freilich jetzt durch den Erzherzog Karl, aber leider zu spät, gestürzt sein soll. Tiirkheim und Tige sollen vom Hof­kriegsrat schon entfernt sein und andere das Kuder der Ge­schäfte übernommen haben. Man hofft zuversichtlich auf Friede, der vermutlich ganz mittelmäßig ausfallen dürfte, weil der Feind zu viele Vorteile in Händen hat. Stelle Dir vor, der junge F ............, den ich voriges Jahr zu m Unterleutnant beim Pionierkorps avancierte und heuer schon Oberleutnant geworden, hat bei Übergabe der Berech­nung ein Defizit von 660 fl. angegeben, welches er nicht ausweisen konnte und in einem Jahr verludert haben muß. Er schrieb mir einen lamentablen Brief und ich möchte dieses bezahlen, sonst werde er prozessiert. Diesen Brief hat sein Bataillonskommandant vidiert und verifiziert, worauf ich dem Bataillonskommandanten geschrieben, daß ich meine Anver­wandten nur als solche anerkenne, wann sie sich gut auf­führen und mir und sich Ehre machen, aber ihre Lüderlichkeit nicht abbüßen will, folglich von mir nichts zu erwarten sei. Wird er kassiert, so soll er von neuem als Gemeiner an­fangen. Ich trage jetzt meine Kriegsjournale zusammen und bringe sie in einen Extrakt. Sobald ich damit fertig bin, sollst Du davon eine Abschrift haben. Es kann möglich sein, daß ich zu Ende Februar nach Pest und Preßburg gehe, um verschiedene Notwendigkeiten zum Bau und Einrichtung in Topolya allda anzufassen. Ich embrassiere Dich etc. und bin Dein aufrichtiger Bruder ^ Paul Kray. Pest, den 14. Februar 1801. Ich befinde mich seit drei Tagen in Pest, weil der junge Bobics, der nach dem Tode des alten meine Angelegenheiten hier besorgte, nach einer dreitägigen Hirnentzündung jählings gestorben, und ich, da er meine Obligationen in Händen hatte, in nicht geringer Besorgnis war. Zum Glück haben seine Tanten alles in Sicherheit gebracht, wodurch ich schon wieder alles übernommen und nun besorgt sein muß, jemand verläßlichem

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