Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Peters: Die Anfänge der Militärluftschiffahrt und ihre erste Anwendung im Feldzug 1794

158 Peters. Feld bei Nacht und daß die weitere Remorkierung des Aerostaten in ähnlicher "Weise vor sich gehen müsse, wie die Versuche von Ortsveränderungen in Meudon es ge­lehrt hätten. Er macht hiebei den Vorschlag, den Ballon von vier, auf sicheren und schwerfälligen Pferden berittenen Leuten der Luftschifferkompagnie halten zu lassen und diesen Leuten genügend Leine mitzugeben, die am Sattel aufgerollt werden könne, um fallweise "Windstößen und Hindernissen, Häusern, Bäumen etc. ausweichen zu können. Außerdem müsse ein Luftschiffer in der Gondel bleiben, der durch rechtzeitiges Auswerfen von Ballast Havarien verhindern sollte. Die Offiziere der Kompagnie müßten den Ballon zu Pferde begleiten. Endlich wird in diesem Schriftstück die Voraussendung des leichteren in Meudon erzeugten Zeltes erwähnt. Jedenfalls hätte der Ballon am nächsten Abend, den 23. Juni, vor Charleroi einzutreffen, es sei also kein Augenblick zu verlieren etc. Entsprechend diesen Vorschlägen und den Verfügungen, welche General Favereau erließ1), fand der Abmarsch in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni statt; der Ballon wurde in einem Marsche vorerst nach Marchiennes au Pont vor Charleroi gebracht, und dort trat die Luftschifferkompagnie unter die Befehle Jourdans. Der Transport des gefüllten Ballons, in der Kriegsgeschichte als ein Novum beachtens­wert, ist von zwei Augenzeugen geschildert worden. Der Kommandant der Luftschifferkompagnie Coutelle erzählt darüber: „Ich marschierte mit dem Ballon, welcher soweit über dem Boden erhalten wurde, daß die Kavallerie und die Trainfuhrwerke unter der Gondel passieren konnten; die J) Diese Verfügungen betrafen: 1. die Beistellung eines Kavallerie­detachements von 20 Heitern (Befehl an den Kavalleriebrigadier General Colliny); 2. den Befehl, dem Kommandanten der Luftschifferkompagnie einen Genieoffizier als "Wegweiser zuzuweisen (Schreiben an den Bürger Montfort, Ingenieur in Maubeuge); endlich 3. die Sicherung des Marsches. General Scherer, dessen Division an der einzuschlagenden Marschstraße disloziert war, wurde aufgefordert, den Transport nach Verlangen des Kommandanten der Luftschifferkompagnie tunlichst zu fördern und seine unterstehenden Generale hievon zu verständigen. (.Veröffentlicht von Oberst Coutanceau.)

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