Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Peters: Die Anfänge der Militärluftschiffahrt und ihre erste Anwendung im Feldzug 1794
134 Peters. Das Resultat war befriedigend und der Wohlfahrtsausschuß verordnet^ am 25. Oktober die Herstellung des ersten Fesselballons zu Kriegszwecken, dessen Tragkraft und Gondel für zwei Beobachter und deren Instrumente sowie für den nötigen Ballast reichen sollten. Dieser Ballon hatte so bald als möglich bei der Nordarmee in Dienst zu treten. Auch der alte Ballon von Saint-Croix wurde repariert und vollkommen equipiert. Guy ton hatte mittlerweile eine sehr interessante Instruktion über die Behandlung, Ausrüstung und Steigkraft des Ballons ausgearbeitet und eine Anleitung über die Seilmanöver und den Signaldienst vorgelegt. Die Signale, die weiterhin bei der ersten und (Ende 1794 auch) zweiten Luftschifferkompagnie gebraucht wurden, bestanden aus Lichtzeichen und verschiedenfarbigen Flaggen. Bei geringerer Höhe bediente man sich eines Sprachrohrs. Durch entsprechend festgestellte Signalkombinationen konnte auch eine Art Depeschenwechsel zwischen den Beobachtern in der Gondel und dem betreffenden Kommandanten am Boden durchgeführt werden. Insbesondere für die Verständigung zwischen einem vom Feinde eingeschlossenen festen Platze und den Entsatztruppen war eine Unzahl bestimmter Feuersignale normiert. So bedeuteten beispielsweise vier Feuersignale untereinander: ,,Die Garnison wird einen Ausfall machen.” Hit weiteren Feuersignalen konnte die Stunde sowie die Richtung desselben signalisiert werden etc. Im Oktober 1793 war man endlich so weit, den fertiggestellten neuen Ballon an das Kommando der Nordarmee zu expedieren1). Man hoffte, daß die Verwendung des Ballons blech-, später Kupferröhren, eingesetzt, deren eine das Wasser in das Kohr und über das glühende Eisen leitete, deren andere das Weiterströmen des entwickelten Hydrogens vermittelte. — Eine schematische Darstellung und nähere Details der Konstruktion, der erzeugten Gasmenge und der Kosten finden sich im VIII. Kapitel der französischen Bearbeitung: la Campagne de 1794 k 1’Armee du Kord unter dem Titel „Les aérostiers” von Oberst Coutanceau. XVII. Band der Kevue d’histoire, Paris 1905. (Vorgenanntem Kapitel sind noch andere Daten dieser Studie entnommen.) >) Hildebrandt, Die Luftschiffahrt, hebt das für die damalige Zeit erstaunliche technische Geschick hervor, mit welchem dieser Ballon konstruiert war. Insbesondere war die Dichtung des sehr leichten