Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Jacubenz: Die Besetzung von Krakau 1846

Die Besetzung von Krakau 1846. 233 Von Wien aus wurde unterdessen auf die Nachricht der Besetzung von Krakau die Absendung weiterer Verstärkungen aus Mähren (3 Bataillone Infanterie, 3 Eskadronen Chevau­legers und 2 Batterien) und auf die unheilvolle Botschaft vom Rückzug Collins, noch am 25. Eebruar die Aufstellung eines Korps von 12.000 bis 15.000 Mann zur Operation gegen Krakau anbefohlen. Oberstleutnant Benedek war, nach dem Vorange­schickten, vorläufig bloß auf die geringen ihm zu Gebot stehenden Kräfte angewiesen. Am 26. Eebruar, halb 7 Uhr früh, marschierte er mit der 1., 2. und 5. Feld- und der 4. Landwehrkompagnie des Infanterieregiments Nugent Nr. 30, dann lVr Eskadronen des Chevaulegersregiments Kaiser Fer­dinand Nr. 1 — insgesamt, einschließlich der schon in der Nacht abgefertigten Patrouillen 327 Mann Infanterie und 155 Reiter — von Bochnia nach Wieliczka ab. In Bochnia verbheben gegen 200 Mann, denen im Verein mit der Bürger­miliz die Sicherung der Stadt und die Bewachung der zahl­reichen politischen Häftlinge übertragen wurde. Als die Kolonne Benedeks in Ksiaznice am Rabafluß eingetroffen war, von wo aus über einen langgestreckten Kücken der kürzeste Weg nach Wieliczka eingeschlagen werden sollte, brachte einer der in der Nacht abgeschickten Chevaulegers, ein Beutepferd an der Hand, die Meldung, daß die Krakauer Insurgenten von Wieliczka auf der Straße gegen Gdów in der Vorrückung begriffen seien, daß die Chevau­legers mit den aufgebotenen Bauern den Insurgenten bereits im Kampfe gegenübergestanden wären, deren Vorrücken jedoch nicht zu hindern vermocht hätten, weil die Bauern vor den mit Feuergewehren bewaffneten Gegnern Furcht zeigten. folgenden Tagen die Brigade Collin bei ihrer Wiedervorrückung gegen Podgórze begleitet, dann aber seine Reise nach Lemberg fortgesetzt hat. In einem Bericht des zum Kommandanten des Expeditionskorps gegen Krakau mit 25. Februar 1846 ernannten FML. Grafen Wrbna an den Hofkriegsrat (der Bericht trägt kein Datum, dürfte aber von Krakau am 8. März 1846 abgegangen sein), in welchem sich Wrbna über Collin sehr ungünstig ausspricht, ist unter anderem auch der Passus ent­halten: „Denn er [Castiglione], nicht General Collin, leitete den Angriff auf Podgórze.”

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