Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838

Repressaliengefechte gegen die Montenegriner. 201 hinlänglich Einfluß auf ihn, um Ihnen dies mit Gewißheit ver­bürgen zu können” — erwiderte er wörtlich. Das gleiche Versprechen gab Kowalewsky auch dem als Zeugen herbei­gerufenen Kreisvorsteher von Cattaro, Ivacich, dann eilte er nach Cettinje und 24 Stunden später baten die Abge­sandten des Vladika um Frieden. Friedensschluß. — Regulierung der Grenze. Am 8. erschienen von montenegrinischer Seite der Bruder des Vladika Giorgio Petrovich und Hauptmann Kowa­lewsky, von österreichischer, der Kreisvorsteher Ivacich zur Unterhandlung. Oberstleutnant Roßbach erhielt den Befehl die Truppen in die Stellungen vor dem 2. zu etablieren, die Terrieri zu entlassen4). Der Waffenstillstand wurde mit dreitägiger Kündigung auf einen Monat geschlossen, doch kam es nicht mehr zum Kampfe2). Unglaublich klingt es, daß die Verluste auf österreichischer Seite nur 15 Tote, an Verwundeten neben 3 Offizieren, den Oberleutnants Sanner, Baron Reichlin und Unterleutnant Stravolino des 8. Jägerbataillons, nur 11 Mann betrugen3). Die Zahl der gefallenen Montenegriner wurde mit 21 Mann angegeben, die ihrer Verwundeten entzog sich jeder Schätzung. Den Versicherungen des Vladika, daß die geschilderten Vorgänge durchaus nicht geplant gewesen, sondern nur als Gewaltakt einzelner aufzufassen seien, schenkte die österrei­chische Regierung und leider auch der Hofkriegsratspräsident Graf Hardegg trotz aller Gegenbeweise willig Gehör. Man beruhigte sich mit der erkünstelten Überzeugung, „daß man es keineswegs mit dem kombinierten Angriff des ganzen Volkes, dem irgendwelche Vergrößerungszwecke zu Grunde lägen, zu tun hatte und hielt dafür, daß ein Großstaat aus den Exzessen wilder Nachbarn keinen Ehrenpunkt machen könne4)”. ‘) R. K. M., Registr. 1838, Praes. Nr. 1320, Meldung des FML. Lilienberg. s) R. K. M., Registr. 1838, Praes. Nr. 1518 und 1490; Anhang IV. 3) Müitärische Auszeichnungen der Offiziere und Mannschaft Anhang V. *) Zum größten Glücke, denn General Tursky sendete voreilig die aus Ragusa gekommene Kompagnie Mayer bereits am 8. zurück?

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