Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838

Repressaliengefechte gegen die Montenegriner. 197 allmähliche Erlahmen des gegnerischen Feuers vor der Fahnenflucht der Terrieri. Die Abteilung unter Leutnant Kier, welche die Ver­bindung mit Vidrák herzustellen und den Raum zwischen diesem und dem Wege nach Bercselli zu durchstreifen und zu sichern hatte, wurde vom Feinde weniger bedroht. Sie führte die ihr befohlenen Repressalien durch, doch gelang es ihr ebenfalls nicht, Vidrák vom Ansturm des Gegners zu befreien. Immerhin behauptete sie die Stellung auf den Höhen und schützte so die linke Flanke der Kolonne Reichlin von Vidrák her. Die Reserve unter Roßbach blieb am Berge Kopacz, dessen Besitz sie festhielt, stehen und entsendete nur die bereits erwähnte Halbkompagnie gegen den Monte Scala. Bis gegen Abend währte, wenn auch zeitweise unter­brochen, das Feuer von beiden Seiten. Für die kaiserlichen Truppen machte sich schon am Nachmittag der Mangel an Wasser und Munition hart fühl­bar. Ihn zu beheben, fehlten die nötigen Transportmittel. Endlich, es war gegen 1/.i8 Uhr, begann der Kampf all­mählich nachzulassen, um bald darauf ganz zu verstummen. Der Zweck, die Durchführung der Repressalien, war allseits erreicht — die Montenegriner hatten die unwidersteh­liche Gewalt altösterreichischen Mutes, altösterreichischer Tapferkeit kennen gelernt, ihre Verwegenheit und Raubgier war gezüchtigt, der Glanz des Erfolges umwob die kaiser­lichen Waffen. — Helleuchtend erschien in der Siegesfreude das Heute, — aber bange und düster war der Blick nach dem Morgen, Die Meldungen vom linken Flügel bei Gomila klangen ernst, die Kolonne Reichlin war durch den Wankelmut der ^uppaner in höchster Gefahr, Vidrák hielt der mutige Ober­jäger Jöchlinger mit letzter Kraft. Auf zeitgerechte Unterstützung war von keiner Seite zu hoffen. Erst am 4. hatte der Brigadier General Tursky eine Kompagnie Mayer-Infanterie von Ragusa nach dem Pastrovicchio in Marsch gesetzt, der Abmarsch von weiteren fünf Kompagnien des 10. Jägerbataillons wurde infolge der

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