Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838

194 Sernek. In diesem Augenblick sahen sieb beide von mehr als 40 Montenegrinern umringt. Schnell entschlossen stellten sie sich hinter eine Steinwand und hielten die Anstürmenden, welche des lebhaften Feuers wegen die Höhe von einer größeren Abteilung besetzt glaubten, länger als eine halbe Stunde zurück. Dann erst gelang es zwei von Gomila abgesendeten Patrouillen der 4. und der 2. Kompagnie, welchen sieh einige Pastrovicchianer Panduren angeschlossen hatten, sie zu befreien. Bei diesen Gefechten fielen der Kadett Conte Caprioli1), 1 Jäger und 2 Infanteristen. Auch die Kolonne des Leutnants Dietrich vollzog ihre Aufgabe die Repressalien durchzuführen, aber auch sie mußte sich dann, von überlegenen Kräften hart bedrängt und im entscheidenden Augenblick von den Terrieri verlassen, nach der Ebene zurückziehen. Vidrák blieb wieder sich selbst und der mutigen Ent­schlossenheit des Oberjägers Jöchlinger überlassen* 2). War die Lage der obigen Kolonnen, als der rechten Flanke des linken Flügels der Aufstellung, eine bedrohte, so wurde jene der Besatzung von Gomila bald eine äußerst gefährdete. Wohl gelang es anfangs auch dieser, bis auf die Höhe vorzudringen und das montenegrinische Eigentum zu zerstören, doch jede Stunde brachte neue Scharen in die Reihen der Gegner. Schon setzten sich diese zu beiden Seiten Und sogar im Rücken des Blockhauses fest. Hauptmann Spanner mußte daher die halbe 4. Kom­pagnie unter Hauptmann Langenau vorziehen. Diese bahnte sich durch entschiedene Angriffe den Weg und machte so den Rücken der Stellung wieder frei. — Doch nur für kurze Zeit. — Der feindliche Ansturm wiederholte sich in rascher Folge und wenn er auch immer wieder an der Ausdauer der kaiserlichen Truppen scheiterte, so *) Die Montenegriner stachen ihm beide Augen aus und füllten Kommißbrot in die leeren Höhlen. (H. H. u. St. A., Faszikel 9, Türkei- Grenzakten, Bericht Lilienbergs.) 2) K. A., F. A., Repressaliengefechte 1838, YIH, ad 11 b/2.

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