Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)
Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838
Repressaliengefechte gegen die Montenegriner. 193 negrinisclie Eigentum. In kurzer Zeit loderten die Flammen auf, das Zerstörungswerk war vollbracht, der Gefechtszweck erreicht. Oberleutnant Sann er befahl den Rückzug. In diesem Augenblick riß eine Kugel dem Trompeter das Mundstück von der Trompete. Im allgemeinen Lärm verhallte die Stimme der Offiziere. Nur die nächsten Leute verstanden den Befehl und folgten seinem Rufe. Dadurch wurde die Kette gerissen, die Abteilung . stand in höchster Gefahr, von den Montenegrinern, welche die Verwirrung bemerkten, durchbrochen zu werden. Sofort rief Oberleutnant Sanner die Terrieri herbei und eilte selbst an die bedrohte Stelle. Aber ihn warf eine Kugel verwundet zu Boden, die Terrieri flohen, ohne einen Schuß zu tun, bereits in hellen Scharen gegen Gomila. In diesem kritischen Augenblick bewährte sich glänzend die Disziplin und Kraft einer geschulten Truppe. Die Gefahr drohender Vernichtung machte sie nicht wanken, sondern entflammte sie zu neuem Mute, erweckte doppelt ihre Tatkraft. Allen voran stürzten sich Korporal Poli und der Gemeine Porzoni an die bedrohte Stelle, rasch schloß sich die Kette und warf den Gegner zurück. Dann erst führte Leutnant Ghetto die Abteilung in voller Ordnung und Ruhe in die Ebene hinab. Die Montenegriner verfolgten sie trotz ihrer bedeutenden Überzahl nicht. Voll glühender Rachsucht stürmten sie vielmehr den fliehenden Terrieri nach. Hauptmann Spanner, der von Gomila aus Augenzeuge dieser Vorgänge war, entsendete unter dem Oberjäger Schmadlak eine Patrouille, bestehend aus diesem, 2 Patrouilleführern und 12 Gemeinen der bereits teilweise herangezogenen 4. Kompagnie mit dem Auftrag, die Flüchtigen aufzunehmen und sie zum Widerstand zu ermutigen. Vergebens — in sinnloser Verwirrung eilten diese weiter an der zur Kette aufgelösten Patrouille vorbei. Schmadlak ließ nun in wirksamer Weise das Feuer gegen den Gegner eröffnen, er selbst aber suchte, gefolgt vom Patrouilleführer Schmidbauer, eine vorliegende Höhe zu erreichen, um die Verhältnisse zu überblicken. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. IV. Bd. 13